Abenteuer Hochland: Ein Muss jeder Island-Reise?

Wer in Island unterwegs ist, der wird sie irgendwann sehen: die großen Superjeeps oder die hochgerüsteten Toyota Landcruiser, Land Rover, Mercedes G aus ganz Europa. Oft sind sie mit exotisch anmutenden Aufklebern aus Marokko, Niger, Algerien oder Tunesien verziert. Schließlich will man ja zeigen, wo man schon überall war.

 

Vielleicht steht man mit seinem kleinen Mietwagen an der Tankstelle in Hvolsvöllur neben einem dieser Boliden und hat Zeit, die nach oben gelegten Luftansaugstutzen, schartigen Sandbleche und silbern glänzenden Expeditionskisten anzugucken. Am Tankrüssel Frauen und Männer mit coolen Sonnenbrillen, braungebrannt, Expeditionshosen, Aigle-Wüstenstiefeln, Wind im Haar, Weite im Blick. Und man selbst fühlt sich plötzlich gar nicht mehr abenteuerlich, obwohl das Abenteuer doch im Herzen und Hirn anfängt und nicht beim Mud-and-Terrain-Reifen.

Allein die Frage, ob man bei Hvolsvöllur auf eine Seitenstraße nach Norden oder Süden abbiegen soll, um einen schönen Platz für das Mittagspicknick zu finden. Vielleicht am Skúmsstađavatn oder am Ægissíðufoss? Die stehen gar nicht auf Ihrer Liste? Weil sie nicht direkt an der Ringstraße liegen? Weil sie kein Reiseführer nennt? Trotzdem mit einem normalen Pkw machbar. Auch ohne Expeditionskiste und in jedem Fall ein kleines Abenteuer wert.

Also: Hochland, ja oder nein?

Ja, für diejenigen Reisenden, die schon öfter in abgelegeneren Regionen der Welt unterwegs waren und die grundsätzlich abenteuerlustig sind. Für sie bietet das Hochland u.a. eine Vielzahl Möglichkeiten, unberührte, weite Landschaften zu sehen, sich dem manchmal extremen Wetter auszusetzen, die Komfortzone zu verlassen. Im Übrigen natürlich NUR mit einem hochlandtauglichen Allradfahrzeug (Kategorie F/I/G oder 4WDCamper) und auch nur von ca. Mitte Juni bis Mitte September. Den Rest des Jahres sind die Pisten für Mietfahrzeuge gesperrt. In unserem Beitrag “Mit welchem Auto kann ich ins Hochland fahren?” lest ihr mehr über die Straßenverhältnisse im Landesinneren.

Für Reisende, die es etwas gemütlicher angehen wollen, gibt es auch ohne Hochland unendlich viele Möglichkeiten, die Schönheit Islands zu entdecken. Wasserfälle, Seen, Flüsse, Heidelandschaften, Fjorde, Strände und Gletscher sind auch auf normalen Straßen inklusive kurzen Wanderungen zu erreichen, das reicht für einen langen, erlebnisreichen Urlaub.

Hochland für Einsteiger

Wer trotzdem ein wenig Hochland schnuppern will, aber eben nur schnuppern, der sollte sich einen kleinen Jeep mit Allradantrieb mieten und zumindest zwei einfache Pisten durch das Hochland fahren (geöffnet ca. Mitte Juni bis Mitte September), die F35 (Kjölur) und die „550“ (Kaldidalur). Beide Routen bieten einen guten Einblick in Flora und Fauna des Hochlandes, sie durchqueren Schotterwüsten, führen an Gletschern entlang und vermitteln Weite.

Wer die Kombination aus leichten Hochlandpisten und fest gebuchten Übernachtungen ausprobieren will, für den ist eine Mietwagenrundreise „Hochland für Einsteiger“ eine gute Wahl

Superjeeptouren ins Hochland

Ausprobieren kann man auch geführte Jeep- und Superjeep-Touren. Man sitzt nicht selbst hinter dem Steuer, sondern kann entspannt die Landschaft genießen und den Geschichten der erfahrenen Driverguides lauschen. Empfehlenswert ist diese Reiseart vor allem am Rande der Hauptsaison, sowie für bestimmte Gebiete, u.a. Askja im nordöstlichen Hochland (mehrstündige Anfahrt) oder Þórsmörk in Südisland (je nach Jahres- und Tageszeit sehr starke Strömungen in den Furten – nur für erfahrene Jeepfahrer geeignet).

Mehr über das Fahren im Hochland erfahrt Ihr hier.

Weitere Informationen zu Mietwagen und Versicherungsschutz

Informationen zu Straßenzustand findet Ihr hier.