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Frisch und regional einkaufen: 5 tolle Höfe und Märkte in Südisland

Island ist kein ganz günstiges Land, und gerade Auswärtsessen kann das Budget empfindlich belasten. Wer häufiger selbst kocht, ist also finanziell klar im Vorteil. Wo aber einkaufen, außer in den Supermärkten? Unser Tipp: Probiert einen der Höfe und Märkte rund um den Golden Circle aus, die Milchprodukte von eigenen Kühen, Fleisch aus eigener Schlachtung sowie Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verkaufen. Hofladen-Flair auf Isländisch also – los geht’s!

Abends auf der Terrasse des Ferienhauses in Island sitzen und die Landschaft genießen, das ist schon per se wunderbar. Noch schöner wird es, wenn auf dem Grill etwas Leckeres zum Essen brutzelt, ein Stück isländischer Lachs vielleicht oder knackiges, regionales Gemüse. Die gute Nachricht: Wer entlang der Südküste unterwegs ist, beispielsweise bei unserer beliebten Klassischen Islandreise oder der Wanderreise Island aktiv für Einsteiger – Der Süden, erreicht die folgenden 5 Höfe und Märkte sowie ihre tollen Produkte immer bequem und ohne lange Anfahrt.

1. Eis, Skyr und vieles mehr: Die Farm Efstidalur

Mitten im Golden Circle, nicht weit entfernt vom Geysir Strokkur und dem Wasserfall Gullfoss, liegt die Farm Efstidalur, die sich seit sieben Generationen in Familienbesitz befindet. Die Farm wird von vier Geschwistern betrieben und bietet ihren Gästen so einiges: ein Hotel mit gemütlichen Zimmern, Ausflüge zu Pferd, ein Restaurant, in dem Fleisch aus eigener Schlachtung, Milchprodukte von den eigenen Kühen und Gemüse von umlegenden Höfen angeboten wird. Daneben können im Hofladen auch leckere Produkte aus eigener Herstellung gekauft werden, unter anderem Skyr, Feta, Salatkäse und „Mysa“ – also Molke.

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Die Eistheke im Kaffeehaus der Farm Efstidalur (© Efstidalur)

Besonders beliebt: die selbst gemachte Eiscreme, die bereits einen legendären Ruf hat. Die leckeren Kugeln kann man auch direkt vor Ort im Restaurantbereich genießen und dabei durch Fenster direkt in den Kuhstall blicken. Das Restaurant hat in den Sommermonaten von 11:30 bis 21 Uhr und im Winter von 11:30 bis 20 Uhr geöffnet und ist ein beliebter Zwischenstopp bei Reisen durch den Süden Islands wie Island entdecken.

www.efstidalur.is

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Hausgemachte Eiscreme essen und dabei Kühe beobachten auf der Farm Efstidalur (© Efstidalur)

2. Tomaten total! Das Friðheimar Greenhouse bei Reykholt

Tomaten kaufen und essen in Island? Ganzjährig, ökologisch und nachhaltig? Das geht. Im Friðheimar Greenhouse an der Straße 35 (Biskupstungnabraut) kurz hinter Reykholt werden von Januar bis Dezember Tomaten angebaut – mithilfe modernster Technik und auf umweltfreundliche Art und Weise: Jedes Gewächshaus verfügt über eine Steuerung, die Wärme, Luftfeuchtigkeit, Kohlendioxid und Beleuchtung regelt. Die Steuerung ist mit dem Düngermischer verbunden, der die Bewässerung nach genauen Vorgaben steuert. Eine Wetterstation auf dem Dach liefert Informationen über Windstärke, Windrichtung, Temperatur und Licht.

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Seit 1995 werden auf der Farm Friðheimar Tomaten angebaut (© Angèle Kamp)

1995 kauften Knútur Rafn Ármann und Helena Hermundardóttir die Farm Friðheimar und produzieren mittlerweile mit erneuerbarer Energie, reinem Wasser und ökologischer Schädlingsbekämpfung mehrere Hundert Tonnen frische und gesunde Tomaten pro Jahr! Die kann man natürlich kaufen – genauso wie frische Gurken, Chutneys, Soßen, Salsas und andere Souvenirs zum Essen. Auch toll: In einem der Gewächshäuser von Friðheimar befindet sich ein Restaurant, das täglich von 11:30 bis 16 Uhr geöffnet hat. Hier kann man, umgeben von Pflanzen, leckere Tomatensuppe mit selbst gebackenem Brot, Tortillas oder Muscheln genießen.

https://www.fridheimar.is/en/horticulture

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Zwischen Pflanzen speisen: Das Friðheimar-Restaurant befindet sich in einem Gewächshaus (© Friðheimar )

3. Frisch und knackig: Der Bauernmarkt „Sólskinsbúðin” bei Fluðir

Der idyllische Ort Fluðir, der im Golden Circle nicht weit entfernt vom Geysir und vom Gullfoss liegt, ist bekannt für seine heißen Quellen und seine geothermischen Gewächshäuser. Die Ernte daraus landet frisch und knackig auf dem örtlichen Bauernmarkt „Sólskinsbúðin“,  wo es neben saisonalen Salaten, Gemüsen und Kräutern auch immer eine große Auswahl an Bio-Fleisch und -wurst sowie selbst gebackenem Brot gibt.

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Frisches Gemüse auf dem Bauernmarkt Sólskinsbúð bei Flúðir (© Sólskinsbúð)

Kaffee trinken und dazu ein leckeres Gebäckstück genießen kann man hier auch – vor oder nach dem Besuch der nur einen knappen Kilometer entfernt liegenden Secret Lagoon, einem der schönsten Thermalbäder in Island. Der Markt ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

https://www.solskinsbudin.is/english

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Kaffeepause auf Isländisch (© Sólskinsbúð)

4. Nachhaltig einkaufen und schlemmen im Ökodorf Sólheimar

Sólheimar, am Sólheimavegur (354) im Gebiet des Golden Circle gelegen, ist das älteste Ökodorf der Welt (65 Prozent der Abfälle werden recycelt) und wurde vor über neunzig Jahren als Kinderheim gegründet. Heute leben in dem Ort, der als Wiege des ökologischen Gemüseanbaus in Island gilt, Menschen mit und ohne Behinderung und stellen Kunsthandwerk her, arbeiten in der Gärtnerei oder in der Baumschule. Besucher können von den Dorfbewohnern produzierte Teppiche, Töpferwaren oder Kerzen kaufen, aber auch frisches  Gemüse aus eigenem Anbau, Eier, Marmelade, Chutney, Salsa, Kuchen, Brot und Kaffee.

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Die Gärtnerei Sunna des Ökodorfs Sólheimar (© Sólheimar)

In der Gärtnerei Sunna wird seit jeher biologisches Gemüse angebaut – in erster Linie Tomaten, Gurken, Salat und Paprika. Die Produkte werden in der Kantine von Sólheimar sowie im Laden Vala und  über die Supermarktkette Bónus verkauft. Gemüse mit Schönheitsfehlern wird für die Produktpalette von Nærandi verwendet; somit wird das gesamte angebaute Gemüse vollständig verwertet. Die Kantine ist wochentags von 11.30 bis 13 Uhr geöffnet, der Vala-Laden täglich von 11 bis 16 Uhr. Daneben gibt es noch das Café Græna kannan, wo der hauseigene Sólheimar-Kaffee geröstet wird und man täglich zwischen 11 und 16  Uhr gemütlich bei Tomatensuppe, hausgemachtem Kuchen und oder Waffeln sitzen kann.

https://www.solheimar.is/

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Kaffee mit hausgemachtem Kuchen gefällig? (© Sólheimar)

5. Schafe & Shoppen: Die Farm Bjarteyjarsandur

Die Farm Bjarteyjarsandur liegt wunderschön am Ufer des Hvalförður und ist nur eine gute Autostunde von der Hauptstadt entfernt, eignet sich also auch gut für einen Ausflug während einer Städtereise nach Reykjavík. Auf dem familiengeführten Hof werden nicht nur Suppen, leckerer Kaffee, köstliche Kuchen und Großmutters berühmte Pfannkuchen serviert, sondern auch Einblicke in das isländische Land und Farmleben gewährt: Je nach Jahreszeit werden hier verschiedene Aktivitäten angeboten, zum Beispiel Muschelsuchen am Strand, Beerenpflücken, das Ernten von Kräutern oder die Unterstützung beim Schafscheren. Und ihr könnt saisonale Produkte kaufen wie Marmelade, Chutney, Gemüse, Kräuter, Lammwürste oder Fleisch.

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In Bjarteyjarsandur werden Lammfleisch und -würste mit Schafdung geräuchert (© Thomas Linkel)

Zur Farm gehört auch ein kleiner, familienfreundlicher Campingplatz mit Toiletten, einer Dusche, einem hölzernen Unterstand und einem Raum, in dem man mit Schlafsack nächtigen kann, wenn das Wetter mal so gar nicht mitspielt. Wer also seinen Tag gleich an einem Fjord und inmitten von Islandpferden, Hunden, Katzen und Schafen starten möchte, sollte hier vielleicht einmal eine Nacht verbringen!

https://bjarteyjarsandur.is/

Fazit

Wer sich während einer Reise durch Islands Süden selbst verpflegt, ist nicht allein auf Supermärkte angewiesen: Regionales Gemüse, frisches Brot und Milchprodukte sind in toller Qualität und zu fairen Preisen auch direkt vom Erzeuger zu beziehen, beispielsweise im Ökodorf Sólheimar, auf dem Bauernmarkt „Sólskinsbúðin“, im Gewächshaus- und Anbauzentrum Friðheimar oder auf der Farm Bjarteyjarsandur. Das Schöne: Bei allen Anbietern kann man nicht nur einkaufen, sondern auch lecker essen, gemütlich Kaffee trinken, Kunsthandwerk und Mitbringsel kaufen sowie Tiere streicheln.

FAQs

1. Warum ist in Island, einem Land mit harschen Bedingungen, frisches isländisches Gemüse das ganze Jahr verfügbar?

Wegen der Gewächshäuser! Island verfügt über mehr als 182.100 Quadratmeter bewirtschaftete Gewächshausfläche, die sich stark in der südlichen Region, insbesondere um die Stadt Hveragerði, konzentriert. Obwohl das Land den Großteil seiner Lebensmittel noch immer importiert, fördern lokale Gewächshauskulturen die Nachhaltigkeit, verringern die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und reduzieren Treibhausgasemissionen.
2. Was wird in Island vor allem angebaut?

Isländische Landwirte bauen in erster Linie Gurken, Erdbeeren, Salat, rote und grüne Paprika, Pilze und Kräuter an. Widerstandsfähigere Gemüsearten wie Karotten, Kartoffeln, Blumenkohl und Grünkohl können im Freien in natürlich erwärmtem, geothermisch beheiztem Boden angebaut werden. Auch Schnittblumen, Topfpflanzen und Microgreens gedeihen prächtig – was zum Teil technologischen Fortschritten wie der Hydroponik, bei der Pflanzen in nährstoffreichem Wasser statt in Erde wachsen, und dem Vertical Farming, bei dem Pflanzen in mehreren Schichten übereinander gestapelt, zu verdanken ist.

3. Sind die vielen Gewächshäuser in Island nicht Energieverschwendung?

Nein. Die Grundlage für Islands Erfolg im Gartenbau liegt in den erneuerbaren natürlichen Ressourcen des Landes: Quellwasser, geothermisches Wasser (Heißwasser) und Strom aus Wasser- oder Geothermie. Warme Böden in geothermischen Gebieten werden seit Jahrhunderten für den Anbau von Kartoffeln und anderem Gemüse genutzt. Seit 1924 wird geothermisches Wasser zur Beheizung von Gewächshäusern und zur Bodendesinfektion zwischen den Kulturen verwendet.

4. Ich möchte im Supermarkt isländische Produkte kaufen – worauf muss ich achten?

Achtet in Supermärkten auf das Wort íslenskt auf der Verpackung – es bedeutet „isländisch” und garantiert ein frisches Produkt, das keinen langen Transportweg hinter sich hat.

 

Bilder: Thomas Linkel (3), Efstidalur (2), Angèle Kamp, Friðheimar, Sólskinsbúð (2), Sólheimar (2)

 

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