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Island im November (1): Eine Reise von Reykjavík in den Norden – Katla Travel

Die zweite Oktoberhälfte und insbesondere der November gelten als absolute Nebensaison in Island. Aber wie ist es dort um diese Zeit, wie ist das Wetter, wie sind die Temperaturen, und wie viele Tageslichtstunden gibt es? Wir sind gerade zurück von einer November-Island-Reise – und wirklich positiv überrascht. Heute in Teil 1: Eine Reise von Reykjavík in den Norden.

Tag 1: Tiefster Winter im Oktober (28.10.)

Unsere November-Reise beginnt im Oktober: Die Tage vom 28.10. bis 30.10. verbringen wir in Reykjavík, und diese 72 Stunden sind mit Abstand die winterlichsten, die wir jemals in Island erlebt haben. Schon kurz nach unserer Ankunft am Nachmittag beginnt es sachte zu schneien, eine Stunde später wird der Hotelparkplatz bereits mit einer Schneefräse geräumt – und am nächsten Morgen liegt über Reykjavík eine dicke weiße Schicht. Und dieser Wintereinbruch, das zeigen die folgenden Stunden, hat viele in der Hauptstadt ziemlich kalt erwischt.

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Blick auf das winterliche Reykjavík

Tag 2: Verkehrschaos und frühe Schließzeiten (29.10.)

Es herrscht Verkehrschaos in Reykjavík: Diejenigen ohne Winterreifen kommen nur rutschend – oder gar nicht mehr voran; überall sehen wir Autos, die in Schneewehen am Straßenrand feststecken oder quer über der Fahrbahn stehen und den Verkehr blockieren; die Sirenen von Feuerwehr und Polizei laufen in Dauerschleife. Wer kann, bleibt zu Hause – die meisten Geschäfte und Restaurants schließen am Nachmittag, der Spa-Bereich in unserem Hotel hat an dem Tag gar nicht erst aufgemacht – „due to unforseen circumstances related to the winter“.

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Spa geschlossen wegen Winter-Sturm

Wir haben einen Wagen mit Winterreifen, Spikes (die bei Mietwagen in Island ab Oktober immer automatisch angebracht sind) und Allrad-Antrieb, also wagen wir uns auf die Straße und fahren am Meer entlang Richtung Westen. Wir stapfen durch den Schnee auf der an Reykjavík angrenzenden Halbinsel Seltjarnarnes und besuchen danach den Alten Hafen der Hauptstadt, wo Eisschollen im Hafenbecken treiben und weiß überpuderte Ausflugsboote und Trawler stoisch vor sich hinschaukeln.

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Eisschollen im Alten Hafen von Reykjavík

Es ist schon dunkel, als wir noch später die Hallgrímskirkja erreichen, die mit ihren Schneehauben und der pinken Beleuchtung aussieht, als sei sie gerade aus der Weihnachtsbäckerei geliefert worden.

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Hallgrímskirkja mit Schneehauben

Tag 3: Reykjanes, ein Wintertraum (30.10.)

Genauso bezaubernd wird der nächste Tag, der mit Sonne und Schnee dafür sorgt, dass sich unser heutiges Ziel, die Halbinsel Reykjanes, in ein einzigartiges Winter Wonderland verwandelt. Schon die Anfahrt ist atemberaubend: Die Lavafelder, die man auf dem Weg zur Thermalquelle Gunnuhver, durchfährt, sind bei jedem Wetter faszinierend – mit der weißen Schicht verwandeln sie sich in eine einzigartige, mit Schnee bedeckte Mondlandschaft.

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Verschneite Landschaft auf Reykjanes

Aus den Erdlöchern von Gunnuhver dampft, blubbert und zischt es gewaltig – ansonsten ist es hier ruhig, ist wenig los: Eine kleine Reisegruppe fährt kurz nach unserer Ankunft ab, dann sind wir völlig allein. Genauso wie am Hochthermalgebiet Krýsuvík und kurz danach am wunderschönen See Kleifarvatn, der still und starr zwischen schneebedeckten Bergen liegt.

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Fifty Shades of Blue am Kleifarvatn

Nach einer langen Kurve sehen wir zwei verlassene Autos, die von der Fahrbahn abgerutscht sind und nun an einem Abhang im Schnee stecken – es sind die ersten Wagen, die uns seit zwei Stunden begegnet sind.

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Von der Fahrbahn abgerutschte Autos

Vor- und Nachteile einer Island-Reise im späten Oktober/frühen November zeigen sich an diesem Tag sehr deutlich: Die Anzahl an Touristen ist viel überschaubarer als in den Monaten davor – dafür ist das Wetter zuweilen unberechenbar und herausfordernd, nicht nur, was das Fahren betrifft. Morgen führt unsere Reise weiter nach Akureyri im Norden, und wir sind gespannt, wie die Straßenverhältnisse sein werden und mit welchem Wetter der November den Oktober ablöst.

Tag 4: Winterweiße Fahrt nach Norden (31.10.)

Es ist der letzte Oktobertag, und noch liegt der Schnee, noch scheint die Sonne, als wir kurz hinter Borganes anhalten. Die kleine Strecke zum Wasserfall Glanni – von der Ringstraße ist es nur ein kurzes Stück zum Parkplatz – ist ein wundervoller Spaziergang durch Puderzucker-Polarbirken und knirschenden Glitzer-Schnee. Gutes Schuhwerk ist bei diesem Wetter gefragt – sowohl beim Spaziergang zur Glanni-Aussichtsplattform als auch auf dem Weg, der direkt zum Fluss Norðurá führt und an einem wirklich bezaubernden Stück Ufer endet.

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Hübsche Schneelandschaft rund um den Glanni

Nach einem kurzen Zwischenstopp am Krater Grábrók, wo wir über den hölzernen Fußsteg zu seinem Rand aufsteigen, geht es weiter. Es ist halb vier Uhr nachmittags und unser Tageskontingent an Licht schon ziemlich dezimiert: Um etwa Viertel nach fünf wird die Sonne untergehen – Anfang Oktober, also vor gut vier Wochen, tat sie das erst um 18.38 Uhr. Das ist über eine Stunde Unterschied. Wer also Ende Oktober/Anfang November nach Island reist, sollte diesen Umstand immer im Hinterkopf behalten und optimalerweise die dunklen Stunden am Morgen und frühen Abend für Anreisen zu Highlights bzw. Heimfahrten nutzen.

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Schafpferch in der Abendsonne

Wir haben glücklicherweise noch Licht, als wir die Schlucht Kolugljúfur erreichen – und was für eines: Der Himmel ist babyblau, die Wolken werden von der Abendsonne, die sich gerade noch am Horizont festklammert, rosa beleuchtet, die schneebedeckten Berghänge leuchten golden. Die Kolugljúfur-Schlucht ist zu jeder Jahreszeit ein wahres Naturwunder – mit den vereisten Kaskaden und riesigen Eiszapfen ist sie natürlich besonders eindrucksvoll. Wer also in Nordisland unterwegs ist, sollte unbedingt den kurzen Abstecher von der Ringstraße (6 Kilometer) machen, bevor es nach Reykjavík oder – wie in unserem Fall – nach Akureyri weitergeht.

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Wunderschöne Kolugljúfur

Tag 5: Der November ist da – und ziemlich grau (1.11.)

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen ist erst einmal ernüchternd, denn gleich an seinem ersten Tag macht der November seinem Schmuddel-Image alle Ehre: Es ist windig, grau und regnerisch, die gestern noch dicke Schneedecke überall durchlöchert. Es wird ein Indoor-Tag für uns mit Auspacken, Arbeiten und Anbaden im Hotpot auf der Terrasse des Ferienhauses

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Ferienhaus bei Akureyri – gut für einen Indoor-Tag

Am frühen Nachmittag geht es zum Einkaufen in einen Supermarkt in Akureyri, wo wir uns für die nächsten Tage eindecken: Lebensmittel sind in Island im Schnitt ca. 20 Prozent teuer als in Deutschland (Stand Nov. 2025), aber in den richtigen Supermärkten kann man u.a. mit den jeweiligen Hausmarkten sehr gut Geld sparen.

Tag 6: Kleine Kirchentour (2.11.)

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ ist ein norwegischer Spruch, passt aber auch vorzüglich zu Island, wo das Wetter zu jeder Jahreszeit wechselhaft sein kann, auch im Hochsommer. Und weil wir diesem Spruch absolut zustimmen, schlüpfen wir am zweiten Novembertag, der wieder grau und verregnet begonnen hat, mittags schließlich in unsere solide Outdoor-Kleidung und machen uns auf Erkundungstour. Und als wir im Auto sitzen, kommt schon die Belohnung: Der Regen stoppt, der Himmel klart etwas auf. Es ist windstill und mit 9 Grad fast mild – und so bleibt es auch den restlichen Tag.

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Islands Landschaft: Bei jedem Wetter imposant

Gut 14 Kilometer hinter Akureyri (wir fahren am Airport Akureyri die Straße 821 Richtung Süden) erspähen wir im Vorbeifahren halb versteckt hinter Bäumen einen Picknickplatz mit Tischen und Stühlen. Spontan halten wir an, spazieren eine Stunde durch den kleinen, vom örtlichen Rotary-Club angelegten Wald, wandern an einem Bach entlang, bestaunen die vielen Pflanzen und Flechten und genießen die regenfrische Luft.

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Isländischer Waldboden

Danach wird es kulturell: Auf einer Strecke von nicht einmal 20 Kilometern besuchen wir drei Kirchen, die alle ganz unterschiedlich, alle faszinierend sind: Da ist zunächst die 1905 erbaute Grundarkirkja, die uns zwei Bayern an unsere Heimat erinnert, weil sie, was für Island ganz untypisch ist, einen barocken Zwiebelturm und verzierte Fenster hat.

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Grundarkirkja mit barockem Zwiebelturm

Die Saurbæjarkirkja einige Kilometer weiter ist da schon rustikaler – sie ist die älteste noch erhaltene Torfkirche in Island und besteht in ihrer jetzigen Form seit dem 19. Jahrhundert. Ähnlich alt ist die Bauernhof-Kirche Möðruvellir, die 1865 nach dem Brand der alten Kirche gebaut wurde.

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Die Saurbæjarkirkja, die älteste noch erhaltene Torfkirche Islands

Nach all diesem kirchlichen Input genießen wir die Fahrt zurück Richtung Akureyri und den Blick auf das für November erstaunlich saftige Grün der Wiesen und Felder. Schnee liegt mittlerweile nur noch auf den Bergen; wie weiße Rinnsale bedeckt er die braunen Felshänge.

Tag 7: Unterwegs am Diamond Circle (3.11.)

Der 250 Kilometer lange Diamond Circle ist ähnlich berühmt wie der Golden Circle im Süden und sollte bei einer Reise durch Islands Norden oder bei einer Rundreise auf keinen Fall fehlen. Dichter Nebel macht diesen 3. November zu einem recht trüben Tag, aber immerhin regnet es nicht, dazu geht kaum Wind, die Temperaturen liegen rund um 6 Grad, ein Wetter also, das ein isländischer Freund von uns durchaus als „Strahlemann“ bezeichnen würde. 🙂 Nach einem kurzen Zwischenstopp in Húsavík fahren wir weiter zur Schlucht Ásbyrgi.

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Nebel, aber immerhin Plusgrade

Die hufeisenförmige Schlucht Ásbyrgi im Nordosten Islands ist Teil des Jökulsárgljúfur-Nationalparks und wurde bei verheerenden Gletscherläufen durch den Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum gebildet. Von Mai bis September ist in diesem Natur-Kleinod extrem viel los, heute ist der Parkplatz leer, als wir dort ankommen. Auch auf der Wanderung zum Ende der Schlucht durch das kahle Weiden-Birken-Wäldchen begegnen wir niemandem, an der hölzernen Aussichtsplattform am See Botnstjörn sind wir allein. Die steilen Felswände der Schlucht stehen imposant vor uns, es ist windstill und absolut ruhig.

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Einsam in der Schlucht Ásbyrgi

Wäre ein Spaziergang zwischen belaubten Bäumen vielleicht reizvoller gewesen? Klar. Würden ein paar Sonnenstrahlen den Anblick von Ásbyrgi nicht magischer machen? Unbenommen. ABER: Allein zu sein an einem so beliebten und in den Sommermonaten durchaus überlaufenen Highlight ist eine einmalige Erfahrung, für die wir gern den feuchten Nebel in Kauf nehmen. Wie wird es wohl gleich an einem der berühmtesten Spots des Diamond Circle, am Dettifoss, sein?

Der Parkplatz an der asphaltierten Straße 862, von dem aus Wege zu den Wasserfällen Selfoss und Dettifoss führen, ist spärlich belegt. Wir warten im Wagen, bis der kurze Regenguss vorbeigezogen ist, und gehen dann zunächst Richtung Selfoss, dem „kleinen Bruder“ des Dettifoss, der zwar nur zehn Meter hoch ist, aber mit seiner Breite und unzähligen Kaskaden beeindruckt. An die kommen wir heute nicht ganz so nah heran wie vermutlich noch vor einigen Wochen, weil der Fußweg, der teilweise verschneit und rutschig ist, aus Sicherheitsgründen nach einer Weile gesperrt ist. Beeindruckend ist der Anblick dennoch.

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Blick auf den winterlichen Selfoss

Der Anblick des gewaltigen Dettifoss ist heute dagegen – sagen wir: speziell. Denn von Anblick kann eigentlich keine Rede sein. Wir hören zwar sein Tosen und Brausen, spüren seine Gischt in unseren Gesichtern, können ihn von der Aussichtsplattform aber nur erahnen, nicht sehen. Der Nebel ist mittlerweile einfach zu dicht geworden. Wir nehmen es mit Humor, fahren rasch weiter Richtung Mývatn und werden dort gleich wieder für den unsichtbaren Dettifoss entschädigt.

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Hier sollte man eigentlich den Dettifoss sehen

Denn im Hochthermalgebiet Hverarönd am Námafjall ist zwar auch viel weißer Dunst zu sehen, aber es ist Gott sei Dank kein Nebel, sondern heißer Dampf, der mit Hochdruck aus der Erde schießt. Und hurra – hier können wir alles sehen und wandern über die orange-gelb-rot leuchtende Erde zwischen brodelnden Schlammtöpfen und zischenden Fumarolen umher, bis die Sonne untergeht (das ist an diesem Tag bereits um 17.10 Uhr). Weil das nahe Geothermalkraftwerk Krafla im Dunklen ein tolles Fotomotiv ist, statten wir ihm noch einen raschen Besuch ab und machen uns dann auf den Heimweg nach Akureyri – der Hotpot am Ferienhaus wartet.

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Kein Nebel, sondern heißer Dampf im Hochthermalgebiet Hverarönd

Tag 8: Sonne in Skagafjörður (4.11.)

Es ist der 4. November, es ist halb neun Uhr morgens und es ist noch dunkel. Wir sind längst on the road, denn für heute ist ein Mix aus Sonne und Wolken angesagt, was immer für besonders schöne Stimmungen sorgt, und das wollen wir ausnützen. Unser Ziel ist die Region Skagafjörður, die berühmt ist für ihre Pferdezucht und im Rahmen verschiedener Katla-Reisen besucht werden kann, zum Beispiel bei der Klassischen Islandrundreise, der Großen Islandrundreise, aber auch in der kürzeren Reise Island zum Kennenlernen. Ich betone das, weil es eine wirklich tolle Gegend ist, die häufig (zu) rasch durchfahren wird.

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Wunderschöne Region Skagafjörður

Unser erster Halt nach Sonnenaufgang (ca. 9.15 Uhr) ist das Freilichtmuseum Glaumbær. Das Museum hat heute zwar nicht offiziell geöffnet (zwischen 21. Oktober und 31. März ist ein Besuch nur nach Vereinbarung möglich), aber wir treffen zufällig einen Mitarbeiter und dürfen das gesamte Gelände kostenlos erkunden, so lange wir wollen, und sind wieder einmal ganz allein. Über eine Stunde stromern wir zwischen dem alten Torfhof und den Fachwerkhäusern aus dem 19. Jahrhundert umher und genießen das einzigartige Flair an diesem Ort.

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Das Freilichtmuseum Glaumbær

Weiter geht es danach Richtung Sauðárkrókur, einer Stadt mit gut 2000 Einwohnern, wo wir in der Bäckerei Sauðárkróksbakarí einer der besten Kardamon-Schnecken unseres Lebens verspeisen.

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Köstliche Kardamom-Schnecke

Dann fahren wir auf der Straße 748 am Ufer des Fjords Richtung Norden und halten unzählige Male an: Entweder ist ein schwarzer Strand zu einladend, als dass man einfach an ihm vorbeifahren könnte, mal stehen Dutzende Pferde zu pittoresk im gleißenden Sonnenschein, mal treiben glitzernde Eisschollen über einen Fluss, mal wiegt sich goldenes Gras leuchtend im Wind.

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Islandpferde in der November-Sonne

Das Licht ist phänomenal – dass wir am Vortag den Dettifoss vor lauter Nebel nicht sehen konnten, ist unvorstellbar. Aber so ist es eben in Island, nicht nur im November: Das Wetter kann sich jederzeit abrupt ändern.

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Ende eines tollen November-Tages in Nordisland!

Tag 9: Lebendiges Akureyri (5.11.)

Bevor wir wieder Richtung Südküste aufbrechen, nehmen wir uns noch ein paar Stunden, um Akureyri, Islands Hauptstadt des Nordens, etwas genauer zu erkunden. Das Wetter? Wieder ein dramatischer, sehr fotogener Mix aus Sonne und Wolken, 6 Grad plus, kein Wind – perfekt also für eine Stadterkundung und für Isländer geradezu sommerlich (zumindest sehen wir einige im T-Shirt herumlaufen).

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Lesen mit Blick auf Akureyri

Wir parken am Hafen, direkt am Kulturzentrum Hof, und schlendern zum Buchladen Penninn Eymundsson am Ende der Fußgängerzone, wo es nicht nur gute Lektüre, sondern auch guten Kaffee gibt. Gleich um die Ecke befinden sich das Akureyri Art Museum, wo wir die großformatigen bunten Bilder von Óli G. Jóhannsson bewundern, und die Akureyrarkirkja.

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Kunstgenuss mit Kirchenblick

Die 1940 geweihte Kirche steht auf einem Hügel über der Stadt und bietet einen schönen Blick auf den Fjord, den Hafen mit seinen Kühlhäusern, Trawlern und Handelsschiffen und die bunten Häuser der Altstadt. Sogar unser Ferienhäuschen auf der anderen Uferseite des Eyjafjörður meinen wir zu erkennen und freuen uns schon auf das Bad im Hotpot später – und auf die Polarlichter, die in dieser Nacht gut zu sehen sein sollen …

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Die Akureyrarkirkja

Und in der Tat: Wir haben Glück in dieser Nacht – und erleben tanzende Polarlichter direkt über unserem Ferienhaus. Ein perfekter Abschluss unserer November-Reise im Norden!

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Polarlichter über unserem Ferienhaus

Fazit zur Halbzeit der Reise

Für uns, die wir schon häufiger in Island waren, aber noch nie später als Ende September, war diese Reise in den letzten Oktober- und ersten Novembertagen eine wirklich positive Überraschung. Das war einmal das Wetter: Die ersten Tage unserer Reise herrschten Temperaturen knapp unter und knapp über null Grad, das heißt, es war natürlich kalt, aber dazu auch sonnig – es war perfektes Winterwetter, wie wir es in Deutschland nur noch selten erleben.

Der November startete dann neblig und regnerisch, aber auch milder – bis auf 9 Grad stieg das Thermometer zuweilen. Auf die trüben, feuchten Tage folgten dann auch wieder zwei gute mit viel Sonne; der November ist wettertechnisch einfach immer noch der stabilste unter den isländischen Wintermonaten. Daneben steigen die Chancen auf Polarlichter-Sichtung gegenüber dem Oktober deutlich an. Anfang November gibt es noch etwa 8 Stunden Sonnenlicht pro Tag, die aber rasant weniger werden (ab Mitte des Monats sind es nur noch 6,5 Stunden pro Tag).

Das Positivste für uns an der Reise war die deutlich geringere Anzahl an Touristen, die zu dieser Zeit unterwegs war – das macht nicht nur das Fahren (auf der Ringstraße) grundsätzlich entspannter, sondern auch den Besuch von (landschaftlichen) Highlights.

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November-Licht in Island

Wir können Selbstfahrern eine Island-(Rund-)Reise im späten Oktober/frühen November also dann empfehlen, wenn sie

  • kein Problem damit haben, auch mal im Dunklen und eventuell bei nicht ganz einfachen Straßenverhältnissen (eis- und schneebedeckte Fahrbahn) einen Mietwagen zu fahren,
  • sich ein dementsprechend sicheres Auto, am besten eines mit Allrad-Antrieb, mieten,
  • sich regelmäßig über Wetter und Straßenverhältnisse informieren,
  • Wetterumschwüngen und schlechtem Wetter gelassen begegnen und
  • sich Outdoor-Klamotten für alle Fälle mitnehmen – hier unsere Bekleidungstipps für Island

 

 

Und nächste Woche: Teil 2 unserer November-Islandreise, die uns zur Südküste mit ihren einmaligen landschaftlichen Highlights führt …

 

Fotos: Thomas Linkel

 

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