Papageitaucher-Pärchen

Islands schönster Vogel: Der Papageientaucher ist zurück

Sie sind gekommen, um zu bleiben – zumindest bis September! Die ersten Papageientaucher in diesem Jahr wurden an Islands Küsten gesichtet, wo sie die Brutzeit verbringen, um im Herbst wieder für Monate auf das Meer hinauszufliegen. Hier ein paar wissenswerte Punkte über den heimlichen Nationalvogel der Isländer, den sie schlicht „Lundi“ nennen.

Wissenwertes rund um Papageientaucher

1. 60 Prozent aller Papageienvögel weltweit leben in Island
Und das sind – Achtung, festhalten – laut glaubwürdigen Quellen über sechs Millionen. Papageitaucher brüten dort, wo sie geboren wurden, und sie brüten nur, wenn Artgenossen um sie herum sind, das heißt: In Island ballen sie sich in manchen Küsten-Gegenden Kolonien von bis zu mehreren Zehntausend. (Hier findet ihr ein paar tolle Tipps und Locations.) Wo immer ihr Vögel beobachtet – es ist absolut wichtig, sämtliche Warnschilder zu beachten und nicht zu nahe an die Kanten zu gehen. Tolle Bilder – wie in diesem Beitrag von Katla-Mitarbeiterin Susan – könnt ihr trotzdem machen!

2. Leben und Lieben über den Wellen
Pagageitaucher gehören zu den pelagischen Vögeln, die nur zur Brutzeit an die Küsten kommen und ihre restliche Lebenszeit – ungefähr die Spanne von August/September bis April – auf offener See zubringen. Das ist eine beeindruckend lange Zeit! Viele Vögel balzen sich an der Küste zueinander, aber einige flirten schon über dem Meer und kehren im April bereits als Paare an Land zurück und starten dort den Haus-, äh Nestbau. Eine süße Vorstellung.

Papageitaucher sitzen an den Klippen von Látrabjarg in den Westfjorden Islands

3. „Der Hanswurst des Meeres“ – ein Vogel, viele Namen
Das isländische „Lundi“ und das englische „Puffin“ kommen ja noch schlicht daher, beim deutschen Wort „Papageitaucher“, häufig auch “Papageientaucher” wird es dann schon bunter. Aber die Italiener schießen eindeutig den Vogel ab bei der Namensgebung für unseren kleinen Freund: Pulcinella di mare nennen sie die Tiere– was wörtlich übersetzt so etwas wie „Hanswürste der Meere“ bedeutet. Ob das mit dem blaugrau, orange, gelb und rot gemusterten dreieckigen Schnabel zusammenhängt, der ein bisschen clown-artig wirkt?

Papageitaucher-Pärchen sitzt an den Klippen von Látrabjarg in den Westfjorden Islands

4. Papageientaucher-Paare sind gleichberechtigt
Einer kümmert sich vorwiegend ums Kind – bei den Papageitauchern ist das kein Thema. Hier versorgen Männchen und Weibchen den Nachwuchs zu gleichen Teilen mit Nahrung, die aus Sand-Aalen, kleinen Fischen und Krebstieren besteht. Die kleinen Lundis sind „Nesthocker“, d.h., sie verlassen das traute Heim erst, wenn sie fliegen können, was in der Regel nach ca. 40 Tagen der Fall ist.

Buntstiftzeichnung eines Papageitaucher in Island

Bleistiftzeichnung eines Papageitaucher in Island

5. Papageientaucher in der Pfanne?! Ja, auch das gibt es (noch).
Der Verzehr von Papageientauchern ist heute in Island eher die Ausnahme als die Regel, aber noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Vogel als Mahlzeit relativ weit verbreitet. Heute findet sich sein Name zwar noch gelegentlich auf Speisekarten (so gibt es z.B. in Reykjavík eine Tapas-Bar, in der es geräucherten Papageientaucher mit Blaubeer-Brennivín-Soße gibt), aber die allermeisten Isländer haben längst Abstand vom Vogel-Konsum genommen – Gott sei Dank!

Denn in freier Wildbahn sind sie immer noch am aller-, allerschönsten!