Weihnachten in Island: Die schönsten Bräuche

13 Weihnachtsmänner, Milchreis mit Mandel, geräuchertes Lammfleisch, Lieder, Tanz, Musik: Katla-Mitarbeiterin Auður Jónsdóttir hat uns erzählt, was das isländische Weihnachten so besonders macht.

Was sind Bräuche, die bei einem typischen isländischen Weihnachtsfest auf keinen Fall fehlen dürfen?

Bei Kindern sind in der Vorweihnachtszeit der nächtliche Besuch der 13 Weihnachtsmänner nicht wegzudenken. 13 Nächte vor Weihnachten kommt der erste aus den Bergen und legt in die Schuhe, die am Fensterbrett stehen, z.B. eine Mandarine, eine kleine Süßigkeit oder ein kleines Spielzeug. Wenn das Kind aber unartig war, besteht die Gefahr, dass es eine alte Kartoffel vorfindet.

Punkt 18 Uhr am Heiligabend läuten die Kirchenglocken im Radio und alle, die nicht in der Kirche sind, hören von zu Hause aus zu. Alle haben ihre schönste Kleidung an und es wird sehr feierlich gegessen – meistens gibt es drei Gänge. Als ersten Gang gibt es immer den „Möndlugrautur“, ein isländischer „Ris à la mande“, in dem eine ganze Mandel versteckt ist. Der Glückliche, der die Mandel auf seinem Teller findet, bekommt ein extra Geschenk, das „Möndlugjöf“ oder „das Mandelgeschenk“. Nach langer Wartezeit folgt dann endlich die Bescherung. Anschließend wird immer um den Weihnachtsbaum getanzt und gesungen. Am 25.12. gibt es traditionell „Hangikjöt“ – das isländische geräucherte Lammfleisch.

Welcher dieser Bräuche ist für dich mit besonders schönen Erinnerungen verbunden?

Das Singen und Tanzen um den Weihnachtsbaum! Wenn meine Oma am Klavier saß und die Großfamilie sich im Kreis um den Baum aufgestellt hat und dann gesungen und getanzt wurde. Meistens waren es sogar zwei oder drei Kreise. In Island gibt es viele besondere Weihnachtslieder, die fröhlich sind und mit Bewegungen verbunden, und bei denen Jung und Alt zusammen singen. Die Lieder handeln z.B. von den Vorbereitungen für das Fest, wie man putzt und das Essen zubereitet und sich selbst schön macht. Andere Lieder handeln von den Weihnachtsmännern oder der Grýla (einer mythischen Riesin, die in den Bergen von Island lebt). Am Schluss wurde bei uns immer andächtig „Heims um ból“ (Stille Nacht) gesungen.

 

Wie feierst du als Isländerin Weihnachten mit deiner Familie in Deutschland?

Bei uns wird alles gemischt. In der Vorweihnachtzeit gibt es den deutschen Adventskalender, der Nikolaus kommt, dann folgen die 13 isländischen Weihnachtsmänner – also ist der Dezember richtig vollgepackt mit Besuchern der übernatürlichen Sorte. 🙂 Die Tradition, feierlich am Heiligabend zu essen, habe ich behalten. Am 24. gibt es Geschenke vom Christkind und – auch das ist typisch isländisch – von der isländischen Verwandtschaft. Singen tun wir auch, aber zu viert reicht es leider nicht für eine Reihe um den Baum. Aus Sehnsucht nach dieser Tradition habe ich in den letzten Jahren an einem Sonntag im Dezember ein Weihnachtfest für isländische Familien in München organisiert. Dort treffen sich die Familien mit Kindern und es werden die alten isländischen Lieder gesungen und es wird um den Baum getanzt. Ein isländischer Weihnachtsmann kommt sogar vorbei mit Kleinigkeiten für die Kinder!

 

 

Gleðileg jól!

Wir, das Katla-Team, wünschen euch und euren Lieben ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!