Island Krimi von Yrsa Sigurðardóttir

Spannender Island Krimi: „R.I.P.“ von Yrsa Sigurðardóttir

Dunkel, brutal, gnadenlos. So wird der neue Thriller von Yrsa Sigurðardóttir auf dem Buchrücken beschrieben. Treffend, ohne Frage. Doch gibt es wenigstens drei weitere, ebenfalls treffende Worte, die den Inhalt des dritten Teils dieser Thrillerserie beschreiben: Gesellschaftskritisch, bewegend, auffordernd.

Spannender Thriller aus IslandIm Island der Jetzt-Zeit wird ein 16-jähriges Mädchen ermordet. Ihr Mörder befiehlt ihr zuvor, um Verzeihung zu bitten. Für die Polizei ist der Fall ein einziges großes Fragezeichen. Nichts passt zusammen und doch ist alles auf eine merkwürdige Art und Weise verwoben. Kurz nach dem ersten Mord wird ein zweites Opfer tot aufgefunden – ein Junge, der wie das Mädchen zuvor schrecklich zugerichtet worden ist.

Zwei Morde und eine ratlose Polizei

Für die Polizei lässt sich keine Verbindung zwischen den beiden Morden finden und doch ist der Tathergang in beiden Fällen beinahe ein und derselbe. Die Ermittler geraten immer weiter unter Druck. Wer wird das nächste Opfer sein? Was hat es mit der Social Media-Plattform “Snapchat” auf sich, über die Aufzeichnungen der letzten Stunden der beiden Opfer an all ihre Freunde verschickt wurden? Und schließlich die markanteste Auffälligkeit: Wofür mussten die Opfer um Verzeihung bitten? Was muss passiert sein, dass sich ein Mensch zum Richter über das Leben so junger Menschen macht?

R.I.P. , Neuer Thriller aus Island
Digitales Mobbing in sozialen Netzwerken.

 

Zwar wird der Leser im Laufe der Handlung mit Tipps versorgt, die der Polizei noch verwehrt bleiben, gleichwohl bleibt einem nichts anderes übrig, als entwickelte Theorien immer wieder zu verwerfen. Unvermittelt passt es dann eben doch wieder nicht zusammen. Die neutrale Erzählweise der Autorin sorgt dafür, dass der Leser einen vielseitigen Einblick in Leben und Charakter der handelnden Personen bekommt. Konfrontiert mit deren nervigen, unsympathischen bis hin zu schrecklichen Zügen, erhält man als Leser auch immer einen Hintergrund, eine Art Erklärung. Die Schreibweise der Autorin zielt darauf ab, die Beweggründe unterschiedlichster Menschen nachvollziehbar zu beschreiben. Vor diesem Hintergrund hebt sich eine Art Aussage deutlich ab: Der Mensch wird von Menschen geformt. Wir sind das, was andere aus uns machen. Eher unüblich wird hier das Opfer zum Bösewicht und der Täter zum gebrochenen Menschen – und all die einzelnen Geschichten verschmelzen am Ende zu einer einzigen.

Weihnachten in Reykjavík

Island als Schauplatz des Geschehens untermalt die Handlung passend. Das oft schreckliche Geschehen wird kontrastiert durch ein Reykjavík in der Weihnachtszeit, so bekommt die Geschichte einmal mehr zwei Seiten.

Das Lokalkolorit sorgt dafür, dass nicht nur Reykjavík-Kenner eintauchen können in diese Geschichte, die auf keiner wahren Begebenheit beruht, in der aber viel Wahres steckt. Insgesamt ist der dritte Teil der Krimiserie von Yrsa Sigurðardóttir durch seine Aktualität nicht nur gut und mitreißend geschrieben, sondern auch ein fulminanter Spiegel der Gesellschaft. Mehr soll nicht verraten werden.

Islands Hauptstadt Reykjavík tiefverschneit
Winterabend in Reykjavík.

 

Buchverlosung: Ihr habt Lust bekommen, den spannenden Thriller von Yrsa Sigurðardóttir zu lesen? Wir verlosen demnächst drei Exemplare von “R.I.P” – es lohnt sich also, öfter auf unserem Blog vorbeizuschauen!

Autorin: Maria Köck

Bilder: Olafur Johannesson, Thomas Linkel

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