Island: Traumziel trotz Tourismusboom (Teil 1)

Island erlebt seit Jahren einen Tourismusboom, keine Frage. Die Insel im Nordatlantik ist zu einem Sehnsuchtsort für immer mehr Menschen geworden und durch die guten Flugverbindungen mittlerweile auch komfortabel und erschwinglich zu erreichen. Aber von einem Massentourismus, wie in Länder wie Spanien und Italien erleben, ist die 330.000-Einwohner-Nation trotz steigender Besucherzahlen weit entfernt.

Natürlich sind gerade in den Sommermonaten rund um die bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie den Geysir Strokkur oder das Vulkangebiet Myvatn vermehrt andere Touristen anzutreffen. Aber man müsse sich auch die Dimensionen vor Augen führen, erklärt Pétur Óskarsson, Gründer von Katla Travel: “Je nach Reisemonat variieren die Anzahl der ankommenden Reisegäste und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stark. Täglich sind in etwa rund 30.000 bis 40.000 Touristen in einem Land von der Größe Bayerns und Baden-Württembergs zusammengenommen unterwegs – angesichts der Weite Islands ist das gar nicht viel.“

Island abseits der Ringstraße

Wer das wahre, ursprüngliche Island kennenlernen und möglichst einsam und unbehelligt von Touristengruppen unterwegs sein will, der sollte sich bei seiner Planung auf zwei Dinge konzentrieren: antizyklisches Reisen und vor allem alternativen Routen! “Denn abseits der Ringstraße”, so Susan Stefanski, Geschäftsführerin von Katla Travel, “findet man nach wie vor unendlich viele Wege, die Natur zu erkunden, die Aussicht auf einem Berg einmal ganz allein zu genießen, eine ‘Mondlandschaft’ unentdeckt zu erforschen und einen Strand ganz für sich allein zu haben.”

Eldorado für Erholungssuchende

Wer außerhalb der Hauptsaison das Land erkunden möchte, aber auf lange helle Abende nicht verzichten will, der wählt die Reisezeit Anfang/Mitte Mai sowie ab Mitte September. Als Regionen gelten beispielsweise die West- oder Ostfjorde als Eldorado für Erholungssuchende. Mit den rauen Küsten und imposanten Ausblicken bilden sie einzigartige Naturkulissen. Da die Westfjorde nicht an der Ringstraße liegen, werden sie bei der klassischen Island-Reise oft ausgelassen. In den Wintermonaten beobachten Urlauber Nordlichter, begeben sich auf eine geführte Jeep-Safari durch die Winterlandschaft oder bewundern Eisblöcke, die wie Diamanten am schwarzen Sandstrand glitzern.

 

(Fotos: Davide Cantelli, Anthony Tory, Ross Hughes)

 

Auch im Blog: Island: Traumziel trotz Tourismusboom (2) – Herausforderungen für den Umweltschutz