Gođafoss, Polarlichter, Winter Island
Winterstimmung mit Polarlicht über dem Wasserfall Gođafoss

Polarlichter fotografieren leicht gemacht: Die 10 besten Tipps

Island im Winter. Polarlichter/Nordlichter tanzen über in Eis und Schnee erstarrte Landschaften. Aurora borealis, wie sie wissenschaftlich heißen, sind ein faszinierendes Naturphänomen und liefern außergewöhnliche Fotomotive. Aber wie fotografiert man sie richtig? Wir geben euch die besten Tipps.

Vorab, was sind Polarlichter?

Polarlichter sind überwiegend in Polregionen zu sehen. Auf der Nordhalbkugel werden sie Aurora borealis, oder Nordlichter, genannt, auf der Südhalbkugel nennt man sie Aurora australis. Mehr Infos über Nordlichter findet ihr hier.

Digitale Helfer

Die App „Aurora“ zeigt den aktuellen KP-Wert vor Ort an. Vereinfacht ausgedrückt: Der KP-Index zeigt die geomagnetische Aktivität (Stärke des Sonnenwindes) an. Je höher der KP-Wert, desto höher die Chance auf Polarlichter. Außerdem liefert die App Infos zur Wolkenabdeckung. Bei Bewölkung sind keine Polarlichter zu sehen, am besten ist deshalb ein klarer Nachthimmel. Aktuelle Wettervorhersagen und Wolkenprognosen liefert der isländische Wetterdienst.

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Polarlichter über dem DC-3 Flugzeugwrack in Südisland

Energie

In der Regel ist es ziemlich kalt, wenn du Polarlichter fotografierst. Deshalb nehme ausreichend Ersatzakkus mit und trage sie am Körper, um sie warmzuhalten. Um Verwacklungen auszuschalten, kannst du einen Funkauslöser nutzen.

Auf Stativ setzen

Da wir zum Fotografieren von Polarlichtern eine längere Belichtungszeit benötigen, ist es wichtig, ein Stativ zu benutzen. Dabei bitte nicht vergessen, die elektronische Bildstabilisierung der Kamera abzuschalten.

Polarlicht erhellt den Himmel.
Tanzendes Polarlicht in Südisland

Lichtstarkes Objektiv benutzen

Am besten funktioniert ein Weitwinkelobjektiv mit einer Anfangsblendenöffnung von 2,8. Weitwinkel deshalb, um einen Vordergrund integrieren zu können und einen großen Teil des Nachthimmels abzudecken.

Motiv suchen

Polarlicht sieht am besten mit einem Motiv als zweiten Bildbestandteil aus. Zum Beispiel ein beleuchtetes Ferienhaus im Vordergrund und darüber der Himmel, wahlweise eine oder mehrere Personen oder spektakuläre Landschaft, z.B. Wasserfall, Gletscherlagune, als Vordergrund. Allerdings sollte man dann beachten, dass die Personen sich während der Belichtungszeit nicht zu sehr bewegen. Tipp: Polarlicht zeigt sich oftmals nur als weiß-grauer Schleier am Himmel. Aber fotografiert entstehen dann die charakteristischen Farben. Wer sich nicht sicher ist, ob er da am Himmel gerade Polarlichter sieht, macht einfach ein Probebild mit dem Smartphone.

Nordlichter über der Gletscherlagune
Die Gletscherlagune Jökulsarlón im Schein von Polarlichtern

Iso-Einstellungen

Am besten sind ISO-Einstellungen zwischen 1600 und 3200 ISO. Das verhindert ein Rauschen der Bilder. Kamerainterne Rauschunterdrückung dann ausschalten.

Format-Einstellung

Falls möglich im RAW-Format fotografieren. In der Postproduktion lässt sich das Bildrauschen weiter reduzieren.

See Mývatn im Winter
Polarlichter über dem Mývatn

Fokus-Einstellung

In der Regel ist es beim Fotografieren von Nordlichtern so dunkel, dass der Autofokus nicht korrekt funktioniert. Deshalb mit manuellem Fokus arbeiten und auf ein weit entferntes Objekt (z.B. Stern) fokussieren. Im Live-View die Schärfe kontrollieren.

Belichtungszeit

Die perfekte Belichtung für ein gutes Polarlichtfoto ist essentiell. Wie lange du belichten musst, hängt von den Bedingungen vor Ort ab. Also davon, wie stark das Umgebungslicht (Licht vom Ferienhaus, Mond etc.) und das Polarlicht ist. Bei 20 Sekunden und darüber beginnen die Sterne zu verwischen, außerdem verliert auch das sich bewegende Polarlicht seine Strukturen. Am besten ist es deshalb, eine Belichtungsreihe auszuprobieren und sich an die perfekte Zeit für jedes neue Polarlicht heranzutasten. 4–10 Sekunden sind ein guter Richtwert für den Anfang.

Polarlicht über Ferienhaus in Island
Gutes Motiv: Polarlicht und Ferienhaus

Kleidung

Da du dich beim Fotografieren kaum bewegen wirst, ist es besonders wichtig, dick angezogen zu sein. Das betrifft Stiefel genauso wie Handschuhe, Mütze, Jacken und Hosen. Vielleicht willst du auch Taschenwärmer etc. nutzen und eine Thermoskanne mit heißen Getränk dabei haben. Wenn dir beim Fotografieren warm ist, dann verpasst du auch kein Polarlicht und kannst die magische Stimmung genießen.

Polarlichter, Nordlichter, Island
Mit Stativ gelingen Polarlichtbilder verwacklungsfrei

Die passende Reise für die Nordlichter-Fotografie

Wenn ihr euch ein Ferienhaus mietet, habt ihr die besten Möglichkeiten, Polarlichter abseits von Lichtverschmutzung zu fotografieren, da sich die allermeisten Ferienhäuser abseits von Ansiedlungen befinden. Von dort aus könnt ihr aber auch ganz bequem auf “Nordlicht-Jagd” in der näheren Umgebung gehen.

Bei einer kurzen Reise nach Island verbindet ihr am besten einen Besuch in Reykjavík mit einem Ferienhausaufenthalt in der Umgebung des Golden Circle: Winteridylle im Ferienhaus. Aber auch eine verlängerte Ferienhaus-Kombination aus Süd- und Westisland ist möglich. Wollt ihr auf den Komfort eines Hotels nicht verzichten, dann raten wir euch zu einem mehrtägigen Aufenthalt im Hotel Eldhestar, ca. 45 Fahrtminuten von Reykjavík entfernt. Vom Ort Hveragerđi aus habt ihr die Möglichkeit, euch auf kurzen Fahrten landeinwärts oder Richtung Meer auf “Nordlicht-Jagd” zu begeben.

Weitere Infos zu den besten Reisezeiten für Island

und welche Besonderheiten die unterschiedlichen Jahreszeiten haben, findet ihr hier .

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Fotos: Vincent Guth, Julentto Photography, Ihor Malytskyi, Marc Marchal, v2osk