Meeresschwimmen ist Wohltat für alle Sinne

Meeresschwimmen in Island: Wellness für Körper und Seele

Meeresschwimmen in Island und sich anschließend bei bester Aussicht im warmen Hotpot suhlen – das ist wie ein Spa-Besuch und ideal für alle, denen der Trend Eisbaden ein wenig zu herausfordernd erscheint. Wie das Schwimmen im kühlen Atlantik gelingt, erfahrt ihr von Katla-Mitarbeiterin Olga Martin, die sich für uns in Akranes in die Fluten gestürzt hat.

Der Termin fürs Meeresschwimmen steht fest. Ich fahre hin, habe jedoch gemischte Gefühle: Schwimmen im Atlantik bei gerade mal +10 Grad. Warum das denn? Andererseits: Warum auch nicht? Heiða, meine Meeresschwimm-Expertin, die mich eingeladen hat, ist entspannt. Sie meint, wenn man sich einmal dazu entschlossen habe, dann würde man nicht mehr kneifen. (Aber natürlich ist es wichtig, dass man gesund ist – mit Herz-Kreislauf-Problemen oder Gefäßerkrankungen sollte man höchstens erst nach Rücksprache mit dem Arzt bei so kühlen Temperaturen im Meer baden.)

Das richtige Outfit für das Meeresschwimmen

Wir treffen uns im Schwimmbad in Akranes, denn der Meeresschwimm-Verein trifft sich hier im Sommer drei Mal in der Woche, im Winter nur zwei Mal. Nach Heiðas Aussage ist das Wetter heute perfekt: Luft +15° C, Wasser +11° C. Ich bekomme Socken, Neopren-Schuhe und Neopren-Handschuhe, Badekappe (die letztere, das schon vorneweg, ist meiner Meinung nicht notwendig). Ein Badeanzug ist ausreichend, ein Neopren Anzug wird nur in den Wintermonaten angezogen, wenn die Wassertemperatur näher an der Null-Grenze ist. Und dann geht es zum Strand.

Mekka des Meeresschwimmen: Langisandur in Akranes.
Das Meer ruft! Na gut, dann kommen wir halt.

Wichtige Regel: Ruhig atmen, langsam reingehen!

Es ist Flut, das Wasser ist ganz nah, es ist flach, der Boden ist sandig. Heiðas Anweisungen lauten: Langsam reingehen, ruhig atmen und im Wasser immer bewegen. Alles klar, ist ja auch ganz einfach. Okay, ich gehe dann mal… die Schuhe sind super, durch sie spürt man die Kälte nicht so, aber es ist ein komisches Gefühl, wenn das Wasser in sie eindringt. Und es ist kalt. Ich gehe nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam weiter.

Gute Laune, auch wenn's ganz schön kalt ist: der Meeresschwimm-Verein Akranes.
Gute Laune, auch wenn’s ganz schön kalt ist: der Meeresschwimm-Verein Akranes.

Als mir das Wasser bis zur Taille reicht, schwimme ich los, ohne darüber nachzudenken, dass die Schuhe und Handschuhe meine Bewegungen eher einschränken und ich dadurch nur sehr langsam vorwärtskomme. Ich muss nur eines: mich bewegen, bewegen, bewegen. Es ist nicht tief, theoretisch könnte ich mich auch einfach im Meereslaufen versuchen … Einige Quallen sind unterwegs, durchsichtig und nicht besonders groß, aber man kann sie gut sehen. Immer wieder höre ich ein „Ahhh“ oder ein „Ohhh“ von meinen Mitschwimmerinnen und Mitschwimmern, denen die Quallen etwas zu nahekommen. Ich bleibe aber verschont.

„Ist doch gar nicht kalt!“

Die Haut kribbelt, ich weiß nicht, an welcher Stelle meines Körpers es gerade am kältesten ist… Die Schultern, die kaum mit Wasser bedeckt sind, oder die Beine? Ich entscheide mich, rauszugehen. Nach zwei Minuten im Handtuch gehe ich noch einmal mit den Füßen ins Wasser. Der Gedanke ist komisch, aber es stimmt: „Das Wasser ist doch gar nicht kalt!” Und dann gehe ich noch mal rein! Die erfahrenen Meeresschwimmer aus dem Verein bewegen sich graziös, einige tauchen und geben mir das Gefühl, eine ganz normale Aktivität zu unternehmen, kein Extrem.

Meeresschwimmen: Macht Spaß bei jedem Wetter.
Strahlend auch ohne Sonne: Unsere Autorin Olga Martin (links) beim Meeresschwimmen.

Nach einer halben Stunde gehen wir gemeinsam in den Hot Pot, um uns aufzuwärmen. Es ist so herrlich warm dort! Ich bin stolz auf mich, auch Heiða, meine Meeresschwimmlehrerin, ist zufrieden. Es gibt mir ein gutes Gefühl, etwas ausprobiert zu haben, was sich nicht jeder zutraut. Und auch noch Tage danach muss ich während meiner Islandreise immer wieder an das Meeresschwimmen bei Akranes denken …

Guðlaug in Akranes: Mekka des Meeresschwimmen

Neben dem Schwimmbad in Akranes gibt es noch einen anderen idealen Ort, um kühles Schwimmen im Atlantik und wohliges Entspannen im warmen Wasser miteinander zu verbinden: die Hot-Pot-Anlage Guðlaug am Strand Langisandur. Nach meinem persönlichen Meeresschwimmen-Erlebnis mit Heida habe ich mich dort später noch einmal  – bei deutlich besserem Wetter – mit dem gesamten Katla-Team in die Fluten gestürzt. Anlass: Unsere Island-Reise anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Katla Travel!

Mekka des Meeresschwimmen: die Guðlaug Baths in Akranes.
Toller Ort fürs Meeresschwimmen (bei jedem Wetter!): die Guðlaug Baths in Akranes.

Guðlaug wurde 2018 eröffnet und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit bei Einheimischen und Gästen. Die Anlage ist auf drei Ebenen angelegt: Ganz oben bietet eine Aussichtsplattform einen sehr guten Blick, der oft bis nach Reykjavík reicht. Auf der Ebene darunter befindet sich ein heiße Becken, in dem man nach dem Meeresschwimmen entspannen und die nicht minder geniale Aussicht genießen kann. Von hier aus lässt sich außerdem wunderbar das Treiben am Strand beobachten, wo Erwachsene wie Kinder ihren Spaß haben und in Neoprenanzügen baden und surfen. Auf der untersten Plattform gibt es noch ein etwa zehn Zentimeter tiefes, ebenfalls heißes Becken. Alle Ebenen sind durch Treppen miteinander verbunden, die auch auf den Strand führen.

Gute Aussicht: Nach dem Meeresschwimmen im heißen Becken der Gudlag Baths entspannen.
Gute Aussichten nach dem Meeresschwimmen vom heißen Becken der Guðlaug Baths.

Und was kostet das Vergnügen? Überraschung: fast nichts!

Für Erwachsene (18+) und Teenager (15–18) beträgt der Eintritt 500 Isländische Kronen, das sind umgerechnet rund 3,60 Euro. SeniorInnen und Menschen mit Behinderung zahlen ca. 1,43 Euro, für alle unter 15 Jahren ist der Eintritt kostenlos. Günstig ist auch das Ausleihen von Handtüchern, Schwimmhandschuhen oder Schwimmschuhen (je ca. 3,60 Euro). Gruppen, die über die regulären Öffnungszeiten hinaus oder exklusiv zu eigenen Zeiten baden wollen, zahlen ca. 107 bzw. ca. 180 Euro.

Bisschen Spazierengehen vor oder nach dem Meeresschwimmen.
Kleiner Spaziergang vor oder nach dem Bad im Atlantik auf dem Langisandur.

Die Guðlaug Baths sind folgendermaßen geöffnet (Stand Juli 2022):

Mai bis 31. August: Montag bis Freitag von 12:00 bis 20:00 Uhr, September bis 30. April: Mittwoch bis Freitag von 16:00 bis 20:00 Uhr; Samstag und Sontag von 10:00 bis 18:00 Uhr.

Und außer Meeresschwimmen? Auf nach Akranes!

Am wunderschönen Strand Langisandur, an dem sich Guðlaug befindet, kann man vor und nach dem Meeresschwimmen hervorragend spazieren gehen und Vögel beobachten. Aber die Hafenstadt Akranes, gut 40 Kilometer von Reykjavík entfernt, hat noch einiges mehr zu bieten, zum Beispiel zwei tolle Leuchttürme (gebaut 1918 bzw. 1946), die sich zu populären Picknickplätzen und Fotoobjekten entwickelt haben. Der neuere, größere Turm, in dem regelmäßig Ausstellungen und Konzerte stattfinden, ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Beliebtes Ausflugsziel: Die zwei Leuchttürme von Akranes.
Bei jeder Jahreszeit einen Besuch wert: Die zwei Leuchttürme von Akranes.

Daneben gibt es in Akranes ein großes Freilicht- und Heimatmuseum und nordöstlich der Stadt das Waldgebiet Vatnaskógur, das seit 1914 unter Naturschutz steht und bei Einheimischen wie Gästen ein beliebtes Ausflugsziel ist. Akranes ist zudem guter Ausgangspunkt für zahlreiche tolle Wanderungen, unter anderem auf den 642 Meter hohen Berg Akrafjall, von dem aus man an klaren Tagen bis zum Gletscher Snaefellsjökull blicken kann.

Meeresschwimmen und mehr: Akranes ist guter Ausgangspunkt für tolle Wanderungen.
Akranes, ca. 40 Kilometer von Reykjavík entfernt, ist guter Ausgangspunkt für tolle Wanderungen.

Auch Lust auf Meeresschwimmen?

Das Glücksgefühl, das sich beim Meeresschwimmen einstellt, möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Wir können die Aktivität auf fast jeder Reiseroute für Sie einplanen. Stöbern Sie in unseren Reisen und senden Sie uns eine Anfrage zu Ihrer Lieblingsroute. Wir erstellen Ihnen gern ein Angebot mit einem eingebauten erfrischenden Schwimmerlebnis!

Lust auf mehr Meeresschwimmen? In unseren Katla-Reisen machen wir es möglich!
Lust auf mehr Meeresschwimmen? In unseren Katla-Reisen machen wir es möglich!

 

 

Fotos: Guðlaug Baths, Atli Harðarson, Katla Travel, Thomas Linkel, Unsplash: Einar Jónsson, Grzegorz Kowalczyk

 

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