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Tipp: Mit welchem Auto kann ich ins Hochland fahren?

Welches Auto brauche ich? Wer in Island individuell im Hochland reisen will, kommt um einen Geländewagen nicht herum. Wir geben Tipps zur besten Fahrzeugwahl.

Unter den Top 5 der am häufigsten gestellten Fragen an das Katla-Team ist die Frage nach dem passenden Auto jedes Jahr! Deshalb hier die wichtigsten Tipps zum Fahren im isländischen Hochland.

Sprengisandur im August

Der Sommer 1990 war nass und kalt. Am 25. August fiel dichter Schneeregen an der Hütte von Nýidalur. Die Berghänge im Osten waren vollständig unter Weiß verschwunden. Als ich morgens aus meinem Schlafsack kroch und aus dem Zelt lugte, war der Himmel dunkelgrau verhangen, schwere, nasse Flocken klatschten mir ins Gesicht. Mein Tagebucheintrag erzählt mir, dass es im Laufe des Vormittags etwas wärmer wurde und es in Strömen zu regnen begann.

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Für ein normales Auto verboten. F-Pisten im Hochland

Einige Jeeps standen vor triefenden Zelten, und irgendwann kam die Nachricht, dass der nur wenige Minuten entfernte Fluss Jökuldalsá aufgrund reißender Strömung nicht zu passieren sei. Der Hüttenwart prüfte wiederholt die Furt, aber der Wasserstand war so hoch, dass es nicht einmal FahrerInnen hochachsiger Superjeeps durch den Fluss wagten. Mein alter Land Rover mit den schmalen Reifen tropfte neben meinem Zelt vor sich hin und war bestimmt froh, dass er nicht losmusste. Den Tag verbrachte ich im Zelt mit Teetrinken und Lesen und schlief irgendwann ein.

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Fantastisches Hochland. See Langisjór, für ein normales Auto unerreichbar

Autofahren im Hochland: Normaler Pkw oder muss es ein Geländewagen sein?

Warum ich das alles erzähle?

Weil mir Ähnliches im Sommer 2017 passiert ist, was zeigt, dass man bei Fahrten ins Hochland auch heute noch immer mit allem rechnen sollte. Um gut darauf vorbereitet zu sein, gehört es selbstverständlich dazu, Pisten, die nur mit Allradfahrzeugen zu befahren sind, NICHT mit einem normalen Auto in Angriff zu nehmen. Alle Pisten, Wege, Straßen, die ein „F“ vor der Straßennummer haben, sind für ein noramles Auto absolut tabu, das Gleiche galt lange für die Pisten Kjölur (Nr. 35) und Kaldidalur (Nr. 550) sowie die Pisten nach Landmannalaugar (Nr. 208).

Flußdurchquerung nur mit Jeep

Allerdings hat die isländische Straßenbaubehörde in den vergangenen Jahren Flüsse überbrückt und Gefahrenstellen ausgeräumt. Trotzdem sollte man sich auf diese Pisten nur wagen, wenn das Wetter gut ist. Bei Sturm oder Schneefall sollte man mit einem normalen PKW diese Gebiete nicht befahren. Die Gefahr steckenzubleiben oder von der Fahrspur abzukommen ist dann zu groß.

Vorsicht-Schild vor Furt in Island
Warnschilder im Hochland von Island auch mit englischsprachiger Übersetzung.

 

Autofahren im isländischen Hochland

Es müssen teilweise Flüsse gefurtet, größere Steine umfahren werden, und bei Regen verwandelt sich manche Lehm-Schotteroberfläche in Schmierseife. Wer sich nicht daran hält, hat keinen Versicherungsschutz und muss für Fahrzeugschäden selbst aufkommen. Darüber hinaus bringt er sich und andere unnötig in Gefahr. Die meisten Pisten sind nur in den Sommermonaten geöffnet, die Zeiten sind HIER einzusehen. Außerdem sollte man sich an alle Hinweisschilder halten, auch wenn sie nicht „offiziell“ aussehen.

Hinweisschild neben Piste auf Island
Die zuständigen Ranger der Gebiete im Hochland weisen auf Gefahrenstellen hin.

Welches Auto brauche ich fürs Fahren im Hochland?

Eine praktische Möglichkeit, das Hochland länger zu erkunden, sind hochlandtaugliche 4WD-Pickups, z.B. Toyota HILUX oder Dodge Ram. Wem selbst kleine Geländewagen wie der Suzuki Jimny für die gesamte Reise zu teuer sind, der kann sich für einige Hochlandtage einen Jeep mieten und für die restliche Zeit wieder auf einen normalen Pkw umsteigen.

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Mit normalem Auto nicht zu erreichen: Seenlandschaft Veiđivötn

Wichtig ist auch, sich vor der Fahrt ins Hochland über Wetter–  und Pistenverhältnisse zu erkundigen und sich gutes Kartenmaterial zu besorgen. Die von Mietwagenunternehmen kostenlos verteilten Straßenkarten reichen nicht aus! Von vedur.is gibt es übrigens auch eine passende App für android und iphone.

Und wie ging die Geschichte im Jahr 1990 weiter?

Niedrigster Wasserstand zur Flussdurchquerung

Damals wurde ich gegen Mitternacht geweckt, alle Jeepfahrer bauten ihre Zelte ab, machten sich zur Abfahrt bereit, und gegen halb 3 Uhr nachts durchquerte ein Jeep nach dem anderen den schäumenden Gletscherfluss. Zwischen 2 und 5 Uhr ist es in der Regel am kältesten und damit der Wasserstand am geringsten. So extreme Wetterumstände werden den meisten auf einer Islandreise nicht begegnen, es ist grundsätzlich nur wichtig, sich vor der Fahrt ins Hochland auf alle Möglichkeiten einzustellen. Dann ist es eine der faszinierendsten Regionen dieser Erde.

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Sonnenuntergang im südlichen Hochland

Was wird in Island als Hochland bezeichnet?

Zur groben Orientierung: Drei Pisten queren das Hochland in Nord-Süd-Richtung: Kaldidalur, Kjölur (Kjalvegur) und Sprengisandur. Auf den beiden erstgenannten müssen keine Flüsse gefurtet werden. Desweiteren kann man das Hochland noch in einen südlichen und nordöstlichen Teil aufgliedern. Der südliche Teil umfasst das Gebiet rund um Landmannalaugar über die Vulkanspalte Eldgjá bis zu den Laki-Kratern. Der nordöstliche Teil erstreckt sich vom Nordrand des Gletschers Vatnajökull über Snaefell, Askja, Herdubreid und Kverkfjöll.

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Faszinierende Eiswelt an den Kverkfjöll

Im normalen Auto durch die Furt?

Selbst Pisten ohne Furten wie die Kaldidalur oder die Kjölur sind mitungter nicht ungefährlich, denn es können unverhofft große Steinbrocken, ausgefahrene Fahrspuren und tiefe Schlaglöcher auftauchen. Bei schlechtem Wetter kann es auf manchen Abschnitten schmierig werden, es besteht immer die Gefahr, aufzusetzen, den Unterboden, Tank, Fahrwerk oder Reifen vom Auto zu beschädigen, besonders bei Ausweichmanövern mit Gegenverkehr.

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Bach im Kaldidalur

Grundsätzlich empfiehlt es sich deshalb das isländische Hochland nur mit einem allradgetriebenen PKW zu befahren. Im folgenden noch ein Tipp für Einsteiger die wenig Zeit haben, aber trotzdem das Hochland erleben wollen. Dazu ist die Kaldidalur die richtige Piste.

Kaldidalur – spannende Piste für Eilige

Die 65 Kilometer lange Route im Westen von Island durch das „Kalte Tal“ ist mit dem Auto die kürzeste Nord-Süd-Hochlandpiste und liegt zwischen dem Nationalpark Thingvellir und dem Gebiet von Husafell. Auch wenn sie relativ kurz ist, bietet sie euch ein beeindruckendes Hochlanderlebnis zwischen Geröllwüste und Gletscher.

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Nothütte an der Piste Kaldidalur, hinten der Vulkan Ok

Vom Nationalpark zum Vulkan Ok

Von Thingvellir steigt sie bald über Serpentinen steil an und verläuft in einem breiten Tal, bis die eigentliche Piste beginnt. In der Ferne begleiten euch die schroffen Kämme der Hrúdurkarlar-Berge. Westlich erhebt sich der beinahe perfekt geformte Schildvulkan Ok, dessen ehemaliger Gletscher Okjökull im Jahr 2019 offiziell in einer Aktion zu Grabe getragen wurde. Vom „ewigen“ Eis sind durch die Klimaerwärmung nur noch ein paar Schneefelder übriggeblieben.

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Bach im Kaldidalur

Tour auf den Gletscher Langjökull

Liegen zu Beginn der Piste immer wieder mit Moos bedeckte Bereiche in der Landschaft, verschwinden diese grünen Tupfer, bis ihr am höchsten Punkt der Piste angekommen seid, fast vollständig. Dann seid für einige Zeit umgeben von windumtoster Weite und Schotterwüste. Schließlich zweigt eine Piste nach Osten zum zweitgrößten Gletscher von Island ab, dem Langjökull. Dort könnt ihr Touren aufs Eis buchen (Snowmobil, Truck), oder über einen Eistunnel eine Kapelle sowie ein Restaurant erreichen.

Wüste, Hochland, Island
Das Hochland bietet eindrucksvolle Landschaften, aber nur mit dem richtigen Auto

Nördlich der Abzweigung zum Langjökull verlässt die Piste die Geröllwüste und schlängelt sich nach Húsafell. Nicht lange, und ihr erreicht die Lavawasserfälle Hraunfossar, die von Borgarnes auch mit einem normalen Auto problemlos zu erreichen sind, aber dann hättet ihr ja das Hochland nicht erlebt.

Wegweiser auf Island mit Jeep
Mit dem Jeep in Island unterwegs – auch im Hochland kennzeichnet die Beschilderung die Entfernungen

Habt ihr nun Lust aufs Hochland bekommen? Wie ihr einen Fluss mit dem Auto durchquert, verraten wir euch in diesem Blogbeitrag.

Fotos: Thomas Linkel

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