Was ist eigentlich … Laufabrauð?

Ein isländischer Klassiker – und wie er zubereitet wird

Wenn die Tage kurz werden, das Thermometer sinkt und Stürme um die Häuser brausen, dann treffen sich isländischen Familien, um ein traditionelles Gebäck zuzubereiten …

Laufabrauð bedeutet „Laubbrot“/„Blattbrot“ – es ist aber, auch wenn der Name danach klingt, keine Herbst-Tradition. Vielmehr gehört es in Island zu Weihnachten wie hierzulande Vanillekipferl und Lebkuchen. Es ist ein reich verziertes Fladenbrot, sehr knusprig und dünn, und wirkt nach dem Ausbraten in heißem Fett tatsächlich so zart und fragil wie ein trockenes Laubblatt. Laufabrauð stammt aus dem Norden Islands, mittlerweile hat es sich jedoch auf der ganzen Insel durchgesetzt und ist als fertiges Produkt in fast jedem Supermarkt zu kaufen.

Dennoch kommen in Island vor den Feiertagen immer noch viele Familien und Freunde zusammen, um gemeinsam Laufabrauð herzustellen – und mitunter mit ausgesprochen aufwendigen Mustern zu verzieren, die innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben werden. In der Gruppe zu backen, macht Spaß – und ist in Hinblick auf Laufabrauð auch sinnvoll, denn die einzelnen Arbeitsschritte müssen rasch geschehen, weil der Teig sehr schnell austrocknet. Ob das auch mit der allerjüngsten Generation, also mit Kindern geht? Wir haben es ausprobiert – mit vier Mitbackenden, zwei Erwachsenen und zwei Kindern (5 und 9).

Das Laufabraud Rezept – Isländisches Laubbrot

Unser Rezept stammt aus dem Kochbuch „Nordic“ von Magnus Nilsson und ergibt ca. 40 Laubbrote, wir haben allerdings die Hälfte gebacken und die Zutatenmenge dementsprechend halbiert. Man braucht einen hohen und weiten Topf (oder eine geeignete Pfanne), in dem die Fladen (Durchmesser ca. 15–20 Zentimeter) flach liegen können, ein kleines Messer zum Verzieren oder ein Laufabrauðsjárn (ein Messigstanzrädchen, das gleichmäßige Dreieckskerben in den Teig ritzt), einen kleinen Teigroller (oder ein Nudelholz) sowie folgende Zutaten:

500 gr Mehl

20 g Zucker

½ TL Backpulver

½ TL Zucker

20 gr Butter

250 ml lauwarmes Milch

Neutrales Öl zum Frittieren

Zubereitung des Laufabrauds / Laubbrots

Alle Trockenzutaten werden in einer großen Schüssel vermischt. Die Butter in der warmen Milch zerlassen. Eine Mulde in das Mehl drücken, die Flüssigkeit hineingießen und zu einem recht festen und vollständig glatten Teig rühren.

Den Teig halbieren, die Hälften zu Rollen formen, in Frischhaltefolie einschlagen und 30 Minuten ruhen lassen.

Das Öl in dem Topf auf 190–200 Grad erhitzen.

Ab jetzt ist es hilfreich, zu mehreren zu arbeiten, weil der Teig – wie erwähnt – rasch austrocknet. Eine dünne Teigscheibe abschneiden und zu einem hauchdünnen 15–20 cm großen Fladen ausrollen. Sofort an den nächsten Mitbackenden weiterreichen, der ihn verziert und wiederum an den Nächsten zum Frittieren weitergibt.

Mit einem Laufabrauðsjárn ist der Fladen kinderleicht zu verzieren. Danach wird das Laufabrauð gleich an den Mitstreiter geliefert, der frittiert:

Das Frittieren dauert nur Sekunden, bis der Faden sehr blass goldgelb ist. Sobald sie frittiert sind, kann man die Brote kurze Zeit zwischen zwei Brettern flach pressen, was aber ausschließlich ästhetischen Zwecken dient (wir haben es nicht gemacht ;-). Die fertigen Brote auf Kuchengittern abkühlen und aushärten lassen – und bis Weihnachten am besten in Keksdosen aufbewahren …

Das Ergebnis: Dünnes Brot für Fleisch und Schinken

Unsere „Laubbrote“ sind nicht alle hauchdünn geworden, zumindest nicht so dünn, dass man durch sie hindurch die Zeitung lesen könnte (wie es manche Rezepte verlangen). Die zwei Kinder hatten viel Freude beim Ausrollen des Teiges und beim Verzieren, denn das Laufabrauðsjárn ist absolut ungefährlich und kann (im Gegensatz zu einem Messer!!) auch den Kleinen problemlos anvertraut werden. Unsere „Blattbrote“ sind also vielleicht etwas dicker als üblich und haben nicht die aufwendigsten Muster aller Zeichen (das war für das allererste Mal auch nicht das Ziel), aber geschmacklich waren sie vorzüglich – und ein Brot bekam sogar ein Gesicht. Laufabrauð backen mit Kindern ist also auf jeden Fall zu empfehlen – und das Ergebnis schmeckt nicht nur mit geräuchertem Lammfleisch oder Schweinefleisch (so wird er in Island traditionell serviert), sondern auch mit Butter oder Schinken. Guten Appetit!

Beispiele für weitaus ausgefallenere Muster, die beim Laufabrauð-Backen entstehen können, findet ihr u.a. HIER: