Island: Im Land der Mitternachtssonne

In den stillen Juni-Nächten, rund um Mitsommer, wenn die Sonne den Horizont zu erreichen sucht, die Mücken über den Seen tanzen und schafige Wollknäuel im Gegenlicht leuchten, ist es Zeit, über Land zu gehen. Die Geschäftigkeit des Tages verblasst, die Wärme der Sonne ist nur noch ein flüchtiger Hauch auf der Haut. Es entfaltet sich eine einzigartige Lichtstimmung, die es nur im hohen Norden gibt.

 

Das beeindruckende Licht der Mitternachtssonne

Dann werden die Schatten länger und länger, färbt sich graues Land orange, schimmert Nebel bunt und leuchten Wasserfälle golden. Landschaften, die tagsüber schnell durchfahren werden, um von A nach B zu kommen, oder lieblos abgeknipst werden, entfalten eine Magie um ihrer selbst willen. Eine überschwemmte Wiese wird zum glänzenden Spiegel, wellige Schotterflächen zur beeindruckenden Urlandschaft. Wer jetzt an der Matratze horcht, anstatt dem Ruf der Rotdrossel zu folgen, verpasst die Magie des Nordens.

 

Unabhängig von den magischen Lichtstimmungen haben Spätabendsreisende einen großen Vorteil: egal ob Geysir, Þingvellir Nationalpark, Gullfoss oder Gletscherlagune, Orte, die tagsüber von vielen besucht werden, sind rund um Mitternacht verlassen. Und bieten ein Gefühl der Friedlichkeit und Exklusivität die bleibende positive Eindrücke hinterlassen.

Tipp: Wer trotzdem in taghellen Nächten schlafen will und dazu Dunkelheit braucht, der solte eine Schlafmaske auf die Island-Reise mitnehmen. Und Golffans könnten übrigens unter der Mitternachtssonne abschlagen