Spektakuläre Vulkan-Tour : Three Peaks Crater

Thrihnukagigur heißt der schlafende Vulkan, der in der Nähe von Hafnarfjörður zu besichtigen ist – und zwar von innen! Dazu wandert man zunächst knapp eine Stunde auf einem extra für die Tour angelegten Pfad vorbei an moosbedeckten Lavaformationen und überquert dunkle Erdspalten. Was zu Beginn der Wanderung als niedrige Erhebung am Horizont erschien, stellt sich beim Näherkommen als veritabler Vulkankegel heraus.

An seinem Fuß liegt die Hütte, in der die Guides Grundsätzliches zum Vulkan und dem folgenden Abstieg, besser Abschweben, in ihn erklären. Da ist viel übertriebene Stimmungsmache dabei, es sollen dem naturentwöhnten Städtern aus der ganzen Welt wohl die Knie schlottern. Und das tut es auch bei einigen, die danach kaum in der Lage sind, alleine in die Sicherungsgurte zu steigen. Aber das ist unnötig, denn es steht erstens Einmaliges bevor und zweitens muss man wirklich kein Bergfex sein, um das zu überstehen.

Lift in die Tiefe

Noch ein strammer kurzer Aufstieg zum Einstieg in den offenen Fensterputzerlift zur Fahrt in die Tiefe. „Deutsche Ingenieurskunst, die wissen, was sie bauen!“, verkündet der Guide. Nachdem alle fest vergurtet auf dem Blech stehen, geht es durch die schmale Krateröffnung 120 Meter hinab in die Magmakammer.

Islands Vulkane von innen

Zunächst schrammt der Metallkorb einige Male hart auf allen Seiten an Gestein, so eng ist die Krateröffnung, dann tauchen wir in eine erstarrte Wunderwelt ein: Farben von Rot über Orange bis Grün überziehen die scharfkantigen Wände, minutenlang baumeln wir über dem Abgrund, staunen über schwarze Schlöte, schaudern ob der Winzigkeit unseres Seins. Der fantastische Naturdom ist so ausladend, dass Islands größte Kirche Hallgrímskirkja darin problemlos Platz hätte. Sieben Minuten dauert die Aufzugfahrt, dann stehen wir mit offenen Mündern auf felsigem Terrain. Bereits wenige Meter von der Gruppe entfernt verschieben sich die Größenverhältnisse derart, dass Gesehenes und für möglich Geglaubtes nicht zusammenpassen. Die Magmakammer ist einfach so gewaltig, dass sie vom Gehirn in der Kürze der Zeit nicht umfassend begriffen und verarbeitet werden kann. Auf dem kurzen, von Seilen markierten Rundweg straucheln einige aus der Gruppe, ritzen sich Hände an der scharfen Lava. Die Luft ist kühl und klamm, wir unterhalten uns nur flüsternd. Viel zu schnell vergeht die Zeit, dann schweben wir wieder an die Erdoberfläche. Das Erlebte ist einmalig, umwerfend spektakulär. Der Eintrittspreis allerdings auch.

Three Peaks Crater – Fahrt in die Unterwelt, 44.000 ISK p. Pers. (324 Euro, Stand Februar 2019), Abholung in Reykjavík durch Touranbieter oder für Selbstfahrer bis Bláfjöll Hütte