Nordlichtbier gefällig? Zu Besuch bei einer isländischen Brauerei

Bei uns Münchnern dreht sich vieles ums Bier. Und wir probieren in jedem Land, das wir bereisen, einheimisches Bier. Da kam es uns sehr gelegen, als wir auf einer Fahrt zwischen Reykjavík und Reykholt am Rand der Straße 50 eine riesige Bierflasche und das Schild „Brewery“ entdeckten. Wir bogen auf einen Weg ab und standen kurze Zeit später vor der Brauerei Steđji, einem Bauernhof mit Lagerhalle.

Islands beste Brauereien

Islands jüngere Biergeschichte wird von der Gründung vieler neuer Mikrobrauereien geprägt. Vielleicht sind die Isländer ja deshalb so bierverrückt, weil es von 1915 bis 1989 ein Bierverbot auf der Insel gab? Damit das isländische Volk nicht ganz auf dem Trockenen saß, erlaubte es der Staat seinen Bürgern ab 1979, von Auslandsreisen eine limitierte Menge Bier mitzubringen.

In der Halle erwarteten uns Bierbänke- und -tische, aber vor allem eine große Anzahl unterschiedlicher Biersorten, die wir zusammen mit dem Brauereibesitzer schon bald verkosteten. Er hat sein Handwerk – genauso wie der Braumeister von Steđji, Philipp Ewers – in Weihenstephan gelernt und erfüllte sich nach seiner Rückkehr den Traum von der eigenen Brauerei.

In der folgenden Stunde probierten wir uns durch sämtliche Biersorten der Manufaktur, die übersetzt „Amboß“ heißt, trinken alles, was aus den Flaschen kommt, von hell bis dunkel, von kräftig bis leicht, von Lager- zu Altbier, von Nordlicht- über Frauenbier bis hin zu “Kanzlarrin Octoberfestbier”.

Aus einem kurzen Abstecher wurde so ein längerer, köstlicher Aufenthalt. Und mit einem mit Bier gut gefüllten Kofferraum wurde jeder der folgenden Abende am Grill, Wasserfall, Strand oder Gletscher zu einem besonderen kulinarischen Erlebnis.

HIER geht es zur Homepage der Brauerei Steđji.

Autorin: Bianca Pupavac