Wasserfall, Kirkjufell, Island

Die Halbinsel Snæfellsnes für Einsteiger – unsere Tipps

Von Reykjavík aus sind es nur 110 Kilometer bis zur Halbinsel Snæfellsnes. Dort warten ein Nationalpark, Lavafelder, Wasserfälle, ein gewaltiger Vulkan, charmante Fischerdörfer und eine atemberaubende Küste auf euch.

Wenn ihr euch von Reykjavík auf der Ringstraße nach Norden aufmacht, dann solltet ihr hinter Borgarnes auf die Straße 54 abbiegen, die euch direkt auf die Halbinsel führt. Snæfellsnes erwartet euch bei Snorrastadir mit Eldborg, einem beeindruckenden, 50 Meter tiefem Krater, den ihr auf über einen leichten Wanderweg erreicht und sogar besteigen könnt. Bei gutem Wetter ist der Blick auf die sich nach Westen vor euch erstreckende Halbinsel atemberaubend schön.

Lavahöhle und Sandstrand

Habt ihr Lust auf Abenteuer, dann biegt etwas weiter nördlich auf die Straße 55 und besucht die große Lavahöhle Gullborgarhellir und ihre beeindruckenden Lavatropfsteine.

Landschaft, Vulkane, Island
Kurz nach Borgarnes beginnt die Halbinsel Snæfellsnes

Zurück auf der Straße 54 Richtung Westen durchquert ihr weites Farmland, trefft ab und an auf vereinzelte Bauernhöfe, Islandpferde und Schafe. Nördlich von euch begleitet euch nun ein Höhenzug, der sich bis zum Snæfellsnesjökull erstreckt.

Wie wäre es mit einem Strandspaziergang? Dann nehmt die 568 an die Küste und lasst auch den Wind in Longufjorur um die Nase wehen. Nicht weit hinter dem Lavafeld Bláfeldarhraun solltet ihr zum 79 Meter hohen Bjarnarfoss spazieren, der über ein Basaltkliff in die Tiefe stürzt.

Küste, Meer, island
Meerblick satt auf der Snæfellsnes Halbinsel

Zauberhaftes Budír

Gleich danach könnt ihr nach Budír abbiegen und die alte Kirche Budakirkja zwischen Lavafeld und  Strandhafer besichtigen oder am langen Sandstrand ein Picknick einlegen. Von hier scheint der Snæfellsnesjökull fast schon zum Greifen nah zu sein.

Kirche, Budir, Island
Hochzeitstauglich: Kirche von Budír

Alle, die wirklich nur wenig Zeit haben, sollten jetzt der Straße 54 nach Norden über die Halbinsel folgen und die nördliche Seite von Snæfellsnes besuchen. Alle anderen fahren auf der Landstraße 574 weiter Richtung Westen. Bei gutem Wetter werdet ihr die weiten Hänge des Snæfellsnesjökull immer im Blick haben.

Beeindruckende Wanderung an der Felsküste

Wenn ihr das Schild „Arnarstapi“ seht, dann folgt ihm, bis die kleine Straße über dem Meer endet. In früheren Zeiten war Arnarstapi ein bedeutender Handelsort, heute ist er vor allem bei TouristenInnen beliebt. Von hier solltet ihr unbedingt an der strak zerklüfteten Lavasteinküste entlang bis nach Hellnar und zurückwandern.

Arnarstapi, Küste, Mann, Island
Faszinierender Küstenabschnitt zwischen Arnarstapi und Hellnar

Ganz am Anfang der kleinen Wanderung passiert ihr das vom Meer erodierte Felsentor Gatklettur, danach führt euch der schmale Weg an faszinierenden Lavaformationen vorbei. Selbst bei schlechtem Wetter ist diese Wanderung zu empfehlen, denn dann ist die Stimmung so richtig mystisch. Laut alten Erzählungen soll es hier sogar Elfen und Geister geben … Sucht ihr eine Basis, um etwas länger auf der Halbinsel Snæfellsnes zu bleiben, dann schaut euch doch die gemütlichen Ferienhäuser in Hellnar genauer an.

Snæfellsjökull: Eingang zum Mittelpunkt der Erde?

Von Hellnar aus ragt der 1.446 Meter hohe Stratovulkan Snæfellsjökull nun wirklich direkt vor euch auf. Jules Vernes verlegte in seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ den Eingang in die Flanke dieses beeindruckenden Berges, auf dessen Gipfel noch ein kleiner Gletscher liegt. Auch der isländische Literaturnobelpreisträger Halldor Laxness hat dem Vulkan mit seinem Roman „Am Gletscher“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Esoteriker sehen im Snæfellsjökull einen der energiereichsten Punkte der Erde, und selbst, wenn man dem kritisch gegenübersteht: Die Einmaligkeit dieses gleichmäßig gestalteten Berges ist offensichtlich.

Gletscher, Snæfellsnesjökull , Island
Magischer Berg Snæfellsjökull

Nationalpark am westlichsten Ende der Halbinsel Snæfellsnes

Die Straße umrundet nun den Vulkan, den der 170 Quadratkilometer große Snæfellsjökull Nationalpark umgibt, und ihr erreicht das westlichste Ende der Halbinsel Snæfellsnes. Besucht unbedingt in Malarrif das Besucherzentrum des Nationalparks und erfahrt mehr über das geschützte Gebiet, das sich vom Gipfelbereich bis hinunter zur Küste erstreckt.

Leuchtturm,
Leuchtturm nahe Hellissandur

Nicht weit von hier könntet ihr die haushohen Basaltformationen von Londrangar besichtigen, die bei starkem Seegang von den Wellen des Atlantik mit Gischt umspült werden. Etwas später passiert ihr den Saxhóll-Krater, auf den Stahlstiegen hinaufführen und von dessen Kraterrand ihr einen guten Blick über die stark vulkanisch geprägte Landschaft habt.

Museum, Hellissandur, Island
Einblick in das Leben auf See: The Maritime Museum

In Hellissandur sollte ihr euch das „ The Maritime Museum in the Fisherman’s Garden“ direkt an der Straße ansehen, das einen spannenden Einblick in das entbehrungsreiche und gefährliche Leben der Fischer der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte gibt. Im Gilbakki Kaffihús könnt ihr Kaffee und selbstgemachte Kuchen probieren, bevor ihr euch wieder auf den Weg macht.

Instgagramtaugliche Kirche Ingjaldshóll

Ihr habt die Nordküste der Halbinsel Snæfellsnes erreicht und fahrt weiter in östlicher Richtung. Ein toller Foto-Stopp folgt gleich nach dem Ort: Rechts von euch liegt die Kirche Ingjaldshóll auf einem Hügel und dahinter erhebt sich der majestätische Snæfellsjökull.

Kirche, Ingjaldshóll , Island
Fotostopp am Weg: Kirche Ingjaldshóll

Kurz hinter dem Dorf Rif könntet ihr auf einer kurzen Wanderung den Wasserfall Svöðufoss besuchen, bevor ihr die Küste entlang bis nach Ólafsvík weiterfahrt. Der Fischerort unterhalb mächtiger Felswände wurde 1687 als Handelsplatz gegründet. Ausgangspunkt war die erste Handelslizenz in Island überhaupt, die der dänische König erteilte.

Heute ist Ólafsvík ein prosperierendes Städtchen, in dem neben Fischfang auch der Tourismus eine wirtschaftliche Rolle spielt. Schaut unbedingt im ehemaligen Handelskontor Pakkhús vorbei: In den beiden oberen Stockwerken ist das Heimatmuseum untergebracht, während ihr im Shop im Erdgeschoss ausgewählte Produkte isländischer Marken, DesignerInnen und KünstlerInnen findet.

Einkaufen Olafsvik, Island
Pakkhús: Tolle Produkte aus ganz Island

Top-Motiv für Fotografen: Kirkjufellsfoss mit Kirkjufell

Bald nach der Ortsausfahrt stoßt ihr auf die Straße 54, die von Süden die Halbinsel Snæfellsnes überquert und der ihr nach Osten immer der Küste entlang folgt, bis ihr schließlich den meistfotografierten Berg Islands erreicht, den Kirkjufell. Dieser 463 Meter hohe Berg ist in den letzten 10 Jahren besonders bekannt geworden, weil er als Hintergrund eines der berühmtesten isländischen Foto-Motive schlechthin dient: Kirkjufellsfoss.

Wasserfall, Kirkjufell, Island
Wasserfall Kirkjufellsfoss, IG-Highlight auf Snæfellsnes

Gleich danach passiert ihr den Ort Grundarfjörður, vielleicht habt ihr ja Zeit für einen Kaffee oder stöbert in einem der Shops, bevor es weitergeht. Bald durchquert die Landstraße das 4000 Jahre alte Lavafeld Berserkjahraun. Die Lavaformationen sind dicht mit grünem Moos bewachsen und erstrecken sich bis zu den imposanten Bergen im Hintergrund.

Filmdrehort und Museumshighlights

Von dort bis dauert es noch etwa 30 Fahrtminuten, bis ihr Stykkishólmur erreicht, den größten Ort auf der Halbinsel Snæfellsnes. Nehmt euch etwas mehr Zeit, um das maritime Flair der Kleinstadt zu genießen. Spaziert zwischen farbig gestrichenen, historischen Häusern nahe dem Hafen und besucht unbedingt das beeindruckende Lava-Kunst-Museum Eldfjallasafn des Vulkanologen Haraldur Sigurðsson, der Zeichnungen und Gemälde über Vulkane weltweit gesammelt hat, u.a. einen Siebdruck von Andy Warhol. Zusätzlich zur Kunst gibt es eine größere Anzahl von Ausgrabungsfundstücken, die der Vulkanologe von seinen Forschungsreisen mitgebracht hat. Sehenswert!

Stykkisholmur,Museum Eldfjallasafn, Island
Das Museum Eldfjallasafn des Vulkanologen Haraldur Sigurðsson

Natürlich solltet ihr auch die auf einem Hügel über der Stadt sitzende, architektonisch beeindruckende Kirche besuchen und das außergewöhnliche Wassermuseum der amerikanischen Künstlerin Roni Horn. Sie stellt dort Glassäulen aus, die das Schmelzwasser verschiedener isländischer Gletscher zeigen.

Vielleicht haben ja einige von euch den Kinofilm „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ von und mit Ben Stiller gesehen. Stykkishólmur diente dafür als eine der Kulissen, u.a. wurde das Rathaus dafür schwarz gestrichen und erhielt nach Drehschluss seine ursprüngliche Farbe zurück.

Kirche, Stykkisholmur, island
Das Wahrzeichen von Stykkisholmur

Vom Hafen führt ein Weg auf die vorgelagerte Insel Súgandisey. Von dort oben habt ihr einen wunderschönen Blick über den von Inseln und Schären getupften Breiðafjordur.

Und wohin jetzt?

Von Stykkishólmur aus könnt ihr der Straße 54 an der Nordküste der Halbinsel Snæfellsnes folgen, bis ihr nach etwa 110 Kilometern wieder die Ringstraße erreicht, oder ihr überquert die Halbinsel auf der 56, um wieder in den Süden von Snæfellsnes zum Ausgangspunkt unserer Tour zu kommen.

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Fotos: Thomas Linkel (10), Carina Pilz (2), unsplash: Martin Jernberg