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Island im Winter: 7 unvergessliche Highlights

Winter in Island? Ist es da nicht dunkel, kalt und trist? Ganz klares Jein. Natürlich: Die Stunden mit Tageslicht werden rar, die Temperaturen nicht mehr annähernd zweistellig. Aber trist? Eindeutig nein! Wir zeigen euch eine kleine Auswahl von dem, was der Winter in Island alles zu bieten hat.

Beim Anflug auf Keflavík funkeln die Gletscher in der tiefstehenden Sonne. Ganz Island ist im Schnee versunken, wie mit Zuckerguss überzogen. Ab und an tauchen winzige schwarze Punkte auf, Höfe, die vom gleißenden Weiß fast verschluckt werden, dann wieder schlängelt sich das graue Band der Ringstrasse über sanft geschwungene Schneehügel.

Winterlandschaft, Jeep, island
Unterwegs in der Weite der isländischen Urlandschaft

Wer im Winter nach Island reist, hofft auf Nordlichter, atemberaubende Landschaften, Stürme und kristallklaren Himmel, Wanderungen in der Einsamkeit und das wohlige Gefühl der Wärme nach einem kalten Tag.

  1. Wanderungen in Höhlen und auf Gletschern
  2. Zeit der Nordlichter, Zeit der Magie
  3. Erholung pur: Heiße Quellen und Hot Pots
  4. Isländische Kaffeekultur genießen
  5. Winterzeit ist Festivalzeit
  6. Abenteuer pur: Hochland-Superjeepsafari
  7. Noch mehr Ausflüge im Winter
  8. Wie kalt ist es im Winter auf Island
  9. Kann man im Winter nach Island reisen?

1. Wanderungen in Höhlen und auf Gletschern

Stellt euch vor, ihr steht im Inneren eines uralten Gletschers in Island und über euch funkelt und glitzert ein Dach aus kristallklarem Eis in allen erdenklichen Blautönen! Im Dezember beginnt in Island die Zeit der Eishöhlen. Die niedrigen Temperaturen im Winter sorgen dafür, dass – anders als im Sommer – kein Wasser mehr in den Höhlen fließt und sie dadurch sicher begehbar sind. Kombinieren lässt sich der unvergessliche Besuch einer eisigen Höhle auch mit einer Gletscherwanderung oder einer Schneemobil-Ausfahrt! Toll sind auch Touren in Lavahöhlen – in ihnen ist das Wetter erfreulicherweise immer beständig.

Island im Winter: Besuch einer atemberaubenden Eishöhle.
Der Besuch einer Eishöhle im winterlichen Island ist magisch.

2. Zeit der Nordlichter, Zeit der Magie

Eine geringe Anzahl an Stunden mit Tageslicht hat auch Vorteile: Denn je kürzer die Tage, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, in klaren Nächten die faszinierenden Nordlichter beobachten zu können.

Winterlandschaft, Polarlichter, island
Polarlichter nahe Reykjavík

Auf der Seite des Icelandic Meterological Office erfahrt ihr alles über die besten Zeiten und Orte für die Jagd nach der „Aurora borealis“. Für alle, die das magische Himmelsphänomen auf ihren Kameras in guter Qualität festhalten wollen, hat Profi-Fotograf Thomas Linkel wichtige Tipps in einem eigenen Blogbeitrag über Nordlichter/Polarlichter für euch zusammengefasst.

Winter in Island: Zeit der Nordlichter
Einzigartiges Erlebnis: Nordlichter in Island.

3. Erholung pur: Heiße Quellen und Hot Pots

In einer heißen Quelle liegen, während über einem die Nordlichter leuchten oder ringsherum sachte Schneeflocken vom Himmel rieseln. Ein Traum, der im isländischen Winter wahr werden kann, egal, ob ihr euch in einem natürlichen „Hot Pot“ oder in einem Geothermalbad wie dem „Mývatn Nature Bath“ oder der berühmten “Blauen Lagune” befindet. In Island gibt es unzählige Gelegenheiten, genussvoll zu baden und zu entspannen. Unsere sieben persönlichen HotPot- und Schwimmbad-Highlights in ganz Island, natürlich auch für den Winter, haben wir für euch in einem eigenen Blogbeitrag zusammengetragen.

Ein Besuch der Blauen Lagune in Island ist gerade im Winter ein Hochgenuss.
Zu jeder Jahreszeit ein Hochgenuss: der Besuch der berühmten “Blauen Lagune”.

4. Isländische Kaffeekultur genießen

Eine Gemeinsamkeit zwischen Isländern und Deutschen? Ihr Lieblingsgetränk ist der Kaffee. Und weil in Island große Ketten wie Starbucks noch nicht Fuß gefasst haben, gibt es vor allem in Reykjavík viele kleine Cafés mit exzellentem Kaffee (Café Stofan, Reykjavik Roasters, Kaffi Vinyl etc. etc.). Wenn es draußen dunkel und kalt ist – was gibt es Schöneres, dann mit einem guten Stück Kuchen und einer dampfenden Tasse Kaffee im Warmen zu sitzen, sich zu unterhalten, ein gutes Buch zu lesen oder einfach die Menschen zu beobachten, die hier ein und aus gehen.

Kaffee in Island schmeckt immer
Im Kaffihús “Reykjavík Roasters” schmeckt der Kaffee immer besonders gut.

5. Winterzeit ist Festivalzeit

Im Feiern sind die Isländerinnen und Isländer Spitzenklasse – die Anzahl der alljährlichen Festivals ist ist deshalb groß, im Sommer, aber auch im Winter. Das berühmteste Festival der kalten Jahreszeit ist sicherlich das seit 1999 stattfindene Iceland Airwaves im November, zu dem Tausende Besucherinnen und Besucher aus aller Welt anreisen, um unzählige isländische wie internationale Bands zu feiern. Aber auch das RVK Feminist Film Festival im Januar, die Dark Music Days und das Winter Lights Festival im Februar erfreuen sich großer Beliebtheit.

Iceland Airwaves, das berühmteste Musik-Event Islands, findet alljährlich im November statt.
Iceland Airwaves, das berühmteste Musik-Event Islands, findet alljährlich im November statt.

6. Winter-Abenteuer pur: Hochland-Superjeepsafari

Thomas Linkel, Katla-Mitarbeiter der ersten Stunde, Fotograf und Island-Liebhaber, hat das Land schon über 100 Mal besucht – natürlich auch im Winter. Aus seiner Reportage über eine Hochland-Superjeep-Safari hier ein kurzer Auszug:

Hlynur setzt sein Auto zurück, gibt Vollgas, nimmt 30, 40 Meter Anlauf und rast vorwärts auf die lastwagenhohe Schneewehe zu. Dann legt er den Rückwärtsgang wieder ein, und dieselbe Prozedur beginnt von Neuem. Meter für Meter arbeitet er sich so mit seinem Geländewagen voran. Nach zwei Dutzend Versuchen hat er es endlich geschafft: Der Weg bergauf ins isländische Hochland ist frei. Die zwei anderen Jeeps unseres Konvois machen es ihm nach und folgen mit heulenden Motoren und durchgetretenen Gaspedalen der in die Winterlandschaft gefrästen Spur.

Im Winter gelangt man in das isländische Hochland ausschließlich mit Superjeeps!
Im Winter gelangt man in das isländische Hochland ausschließlich mit Superjeeps!

Es sind zwar nur 30 Kilometer zu einer der Hütten auf der Hellisheiði, in der wir die Nacht verbringen wollen, aber die Fahrt kann noch Stunden dauern. Das Hochland ist schon im Sommer unzugänglicher als jedes andere Gebiet Islands. Jetzt hätten wir ohne einen speziell präparierten „Superjeep“ – außer mit Kettenfahrzeugen – keine Chance, dorthin zu kommen, wo sich im Sommer stressgeplagte Reisende und Einheimische erholen.

Eiszapfen, Sonnenuntergang, Winter, island
Hochlandhütten bieten Schutz vor widrigem Wetter

Alle paar Minuten wechselt das Wetter. Mal pfeift der Wind so gewaltig, dass sogar ausgewachsene Wasserfälle wieder in den Himmel fließen, mal zwingt die warme Sonne dazu, die dicken Pullover auszuziehen; dann regnet es überraschend, und weitere fünf Minuten später hat der Scheibenwischer Mühe, den Schnee von der Scheibe zu kratzen. Ab und an muss einer aussteigen und die Wischblätter von dicken Eispanzern befreien. Kaum ist man im Freien, bläst einem der Wind den Schnee um die Ohren. Sekunden später klettert man als Schneemann wieder in den Jeep zurück.

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Um sich im tiefen Schnee nicht festzufahren, wird der Reifenluftdruck deutlich verringert

Nach einem aufregenden Tag in der Schneewüste taucht eine tief verschneite Hütte vor uns auf. Jeder bekommt eine Schaufel in die Hand und so hat die Schneewehe vor der Tür keine Chance. Einige Stunden, eine Lammkeule und mehrere Brennivín später verkriechen wir uns in die Stockbetten, ziehen die Schlafsäcke bis zur Nasenspitze und fallen erschöpft, aber glücklich in den Schlaf. Für morgen ist blauer Himmel angesagt, Schneesturm auch.

7. Noch mehr Ausflüge im Winter

Neben einer spektakulären Superjeepsafari gibt es aber auch etwas geruhsamere Winterausflüge. Das kann eine kombinierte Tour mit Badbesuch und Nordlichter-Suche sein, der Ausflug zum Eistunnel im Langjökull oder ein entspannter Aufenthalt im Ferienhaus mit hauseigenem Hot Pot.

Wasserfall, Skógafoss, Winter, island
Skógafoss im winterlichen Eispanzer
Gletschertour, Eis, Island
Gletschertour in Südisland

8. Wie kalt ist es im Winter auf Island?

Island hat ein milderes Klima, als viele Reisende und seine Lage knapp unterhalb des Polarkreis vermuten lässt. Das liegt v.a. am mildernden Einfluss des Golfstroms, der an der südlichen und westlichen Küste entlangfließt. Island ist eine Insel und zeigt deshalb grundsätzlich ein maritimes Klima mit relativ viel Niederschlag, schnell wechselndem Wetterlagen und über den Jahresschnitt ziemlich ausgegelichenen Temperaturen.

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Warm angezogen ist Island ein Wintertraum

Der Winter ist die Zeit der langen Nächte und der schweren Winterstürme. Stellt euch also auf starke, auch kalte Winde sowie Temperaturen um den Gefrierpunkt ein. Die gefühlte Temperatur wird im Winter v.a. bei Nordwind deutlich unter der Lufttemperatur liegen (windchill-Effekt).

9. Kann man im Winter nach Island reisen?

Falls ihr euch nicht sicher seid, ob man Island im Winter bereisen kann, können wir euch beruhigen. Das Land strahlt gerade zu dieser Jahreszeit eine wunderbare Magie aus und ist gut zu bereisen.

Wasserfall, Gullfoss, Winter, Island
Auch im Winter ist der Gullfoss ein Highlight in Südisland

Stellt euch nur auf lange Dämmerungs- und Dunkelheitsphasen ein, plant eure Touren so, dass ihr im Tageslicht die Highlights erreicht und packt dicke Winterklamotten ein! Denkt auch daran, dass Stürme eure Pläne durchkreuzen können, nehmt euch also nicht zuviel für einen Urlaubstag vor. Checkt auch regelmäßig die Wettervorhersage und die Straßenverhältnisse.

 

Unvergessliche Katla-Winterreisen wie “Islands winterliche Naturwunder in Südisland” oder “Winteridylle im Ferienhaus” findet ihr auf unserer Homepage bei unseren Winterangeboten.

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Fotos: Thomas Linkel (4), unsplash: Ásgeir Helgi, Jakub Kapusnak, Akshay Nanavati, Jonatan Pie, Julien Lanoy

 

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