Was ist eigentlich … ein Nordlicht?

Wenn sich die Blätter von Büschen und Bäumen färben, die letzten Schafe und Pferde aus dem Hochland zurück in den Tälern sind und die Nächte immer länger werden, beginnt die Zeit des Nordlichts in Island. Aber wie entsteht es eigentlich? Und was ist der Unterschied zwischen Nordlicht und Polarlicht?

Naturspektakel Nordlichter

Es ist wieder so weit: Von Oktober bis März stehen dick vermummte Gestalten auf Wiesen, einsamen Pisten, hinter Bauernhofunterkünften und starren nach oben. Über ihnen tauchen flüchtige, helle Schlieren auf, verändern permanent ihre Form und leuchten in psychedelischen Farben. Um dieses Naturspektakel bewundern zu können, braucht es zwei Dinge: eine dunkle, klare Nacht und den Sonnenwind.

Als Sonnenwind bezeichnet man energiegeladene Teilchen, die von der Sonne ausgestoßen werden, schließlich auf das Magnetfeld der Erde treffen und von diesem abgelenkt werden. Die Magnetfeldlinien sind nach Norden gerichtet, senkrecht zur Flugbahn der Sonnenteilchen. Dadurch wirkt auch die Lorentzkraft, die die elektrisch geladenen Teilchen senkrecht zu ihrer Flugbahn und dem Magnetfeld der Erde ablenkt. Sobald sich diese energiegeladenen Teilchen mit erdeigenen Atomen verbinden, entstehen Nordlichter. Das alles geschieht in einer Höhe von etwa 100 Kilometern.

Das Magnetfeld der Erde ist durchzogen von Magnetfeldlinien, die zu den Polen hin Öffnungen bilden und die die Sonnenteilchen aufgrund ihrer Ladung anziehen. Deshalb sind Richtung Nord- und Südpol besonders beeindruckende Polarlichter zu sehen.

Im Norden werden die Erscheinungen Aurora borealis, auf der Südhalbkugel Aurora australis genannt. Spannend zu wissen ist auch, dass Polarlichter zur gleichen Zeit auf Nord- und Südhalbkugel sichtbar sind.

Während früher die Menschen den tanzenden Himmelslichtern teils skeptisch oder sogar angstvoll gegenüberstanden, kommen heute Reisende aus der ganzen Welt im Winter auf die Nordhalbkugel, und besonders nach Island geflogen, um das betörend schöne Schauspiel am Nachthimmel zu erleben. Also, dicke Stiefel, Handschuhe, Mütze und warme Klamotten an, Kamera-Akkus geladen – dann raus in die isländische Nacht.

Wer sich für eine Nordlichtreise nach Island interessiert, der sollte u.a. hier stöbern und wer gerne Polarlichter guckt, kann hier Webcams klicken.

 

(Fotos: Federico Bottos, Landon Arnold, Thomas Tucker, Oldskool Photography)