Island-Kinotipp: „Milchkrieg in Dalsmynni“

Der neue Film von „Sture Böcke“-Regisseur Grímur Hákonarson

2015 kam „Sture Böcke“ in die Kinos, eroberte weltweit die Herzen der Zuschauer und überzeugte die internationale Kritik. Die mitreißende Geschichte um zwei verfeindete Brüder wurde für den Europäischen Filmpreis nominiert, als isländischer Beitrag für den Oscar 2016 eingereicht und beim isländischen Filmpreis Edda elfmal ausgezeichnet. Mit „Milchkrieg in Dalsmynni“ läuft nun der erste Film von Regisseur Grímur Hákonarson seit seinem Riesenerfolg in den deutschen Kinos – und ist wie sein Vorgänger wunderbare Leinwandunterhaltung.

Inga lebt mit Mann und vielen Kühen auf einer Farm in der isländischen Provinz.

Ganz am Anfang in „Milchkrieg in Dalsmynni“ beweist sich Bäuerin Inga (exzellent gespielt von Arndís Hrönn Egilsdóttir) als patente Geburtshelferin: Unter Einsatz von viel Kraft und einer Kette hilft sie einem Kalb auf die Welt, routiniert, konzentriert und pragmatisch. Eine Frau, die es gewohnt ist, anzupacken. Später sieht man sie mit ihrem Mann Reynir (Hinrik Ólafsson) beim Abendessen, sie sprechen über Bestellungen, die Tiere, die miserable wirtschaftliche Lage ihrer Milchfarm in der nordisländischen Provinz. Anspannung ist zwischen ihnen zu spüren, es scheint ein Gespräch zu sein, das sie schon öfter geführt haben.

Keine ländliche Idylle: Die Milchfarm von Inga und Reynir ist hochverschuldet.

Kurze Zeit später ist im Leben von Inga nichts mehr, wie es war. Reynir ist tot, verunglückt bei der Fahrt nach Hause, und weil sich keine Bremsspuren finden, geht die Polizei von Selbstmord aus. In die Trauer von Inga mischt sich bald Wut – Wut auf die lokale Milchgenossenschaft, die Reynir und sie einst zu überflüssigen und letztlich ruinösen Investitionen gedrängt hatte. Und mehr noch: Die Kooperative, das erfährt Inga kurz nach Reynirs Tod, hatte ihren Mann dazu gezwungen, als „Spitzel“ zu arbeiten, der jeden Bauern verpfeift, der hinter dem Rücken der Genossenschaft seine Produkte direkt und zu besseren Preisen auf den Markt bringen wollte.

"Milchkrieg in Dalsmynnie" - der neue Film vom isländischen Star-Regisseur Grímur Hákonarson
Inga mit ihrem Gegenspieler, dem Vorsitzenden der örtlichen landwirtschaftlichen Genossenschaft.

Inga begehrt auf gegen die ihrer Meinung nach mafiösen Methoden der Kooperative, die ihre Monopolstellung gnadenlos ausnutzt. Mit Facebook-Posts, originellen Protestaktionen und einigen Mitstreitern macht sie ihren Standpunkt klar – doch die übermächtige Genossenschaft denkt überhaupt nicht daran, von ihren Methoden abzurücken, und tut alles, um die ungemütliche Bäuerin in ihre Schranken zu verweisen …

„Milchkrieg in Dalsmynni“ ist ein ruhig erzählter, aber kraftvoller Film, der zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht. Er zeigt nicht nur, wie viel eine einzelne Person gegen die Machenschaften von Obrigkeiten ausrichten kann, er erzählt auch eindrücklich, wie eine Frau nach einem fürchterlichen Schicksalsschlag langsam wieder zu sich und ihrer Kraft findet.

Und hier noch der deutsche Trailer zur Einstimmung:

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Von starken Frauen, die sich für ihre Überzeugungen einsetzen, haben wir im Blog bereits öfter berichtet: Das Buch „Heidas Traum“ zum Beispiel erzählt die wahre Geschichte einer Schafbäuerin, die sich gegen den Bau eines Staudamms in ihrem Tal wehrt.

 

Bilder: Alamode Film

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