Wasserfall, Dettifoss, Diamond Circle
Die Wassermassen des Dettifoss

Unsere 10 Tipps am faszinierenden Diamond Circle

Spektakuläre Wasserfälle, atemberaubende Canyons, Vulkane und Wale, auf dem Diamond Circle (Demantshringurinn) im Nordosten von Island liegen die Höhepunkte nah beieinander.

Wer im Norden Islands unterwegs ist, kommt an den 250 Kilometern des Diamond Circle nicht vorbei. Die Tour führt zum Teil über die Ringstraße, aber hauptsächlich über Nebenstraßen von den Ausläufern des nördlichen Hochlands bis hin zur Küste am Nordatlantik.

Manche fahren die Route an einem Tag ab, aber die landschaftlichen Schönheiten erschließen sich erst so richtig, wenn man sich zwei bis drei Tage Zeit lässt.

Hverarönd, Hochthermalgebiet, Myvatn, Diamond Circle
Farbenprächtiges Naturschauspiel in Hverarönd

Grandioser Start am Diamond Circle

Bei gutem Wetter ist der Tafelvulkan Herdubreiđ vom Berg Námafjall am Rand des Hochthermalgebiets von Hverarönd gut zu sehen. Während sich nach Westen die Senke mit dem See Mývatn erstreckt, liegt Richtung Südosten die Lavawüste Ódáðahraun mit weiten Sandflächen auf denen regelmäßig Windhosen tanzen. Am nördlichen Rand dieses Gebiets verläuft die Ringstraße als beinahe gerader Strich in die die Weite.

1. Wie eine Ur-Welt: Das Hochthermalgebiet Hverarönd

Früh am Morgen ist der Parkplatz am Hochthermalgebiet Hverarönd leer, im Osten kriechen die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont und werfen lange Schatten. Vor uns brodeln grau-blaue Schlammtöpfe, zischen Dampffumarolen, leuchtet die Erde orange-gelb. Der Wind treibt den Geruch von faulen Eiern über die Ebene, die Schlammquellen sind von weißfarbenem Gips und Sinter umrahmt. Eine Hexenküche könnte nicht schöner sein, eigentlich fehlt nur ein überdimensionaler Kochlöffel, der in all den Erdtöpfen wirbelt und rührt.

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Brodelnder Schlammtopf am Fuß des Berges Námafjall

2. Diamond Circle Richtung Osten zu zwei Wasserfällen

Den Schwefelgeruch noch in der Nase fahrt ihr dann knapp 30 Kilometer auf der Ringstraße Richtung Osten, hier zweigt die Straße 862 (Dettifossvegur) nach Norden ab. Was bis vor wenigen Jahren eine staubige Piste war, ist heute eine gut ausgebaute Straße, die direkt zum Parkplatz des Dettifoss führt. Wobei das etwas zu kurz gegriffen ist, denn von dort aus erreicht ihr nicht nur über einen gut ausgebaut Spazierweg den wasserreichsten Wasserfall Europas, sondern über eine Abzweigung auch den kleinen Bruder Selfoss.

Wasserfall Selfoss, Diamnod Circle, Island
Selfoss, der kleine Bruder des Dettifoss

Auch wenn das Wasser des Gletscherflusses Jökulsá á Fjöllum hier nur etwa zehn Meter tief fällt, der Selfoss ist wegen seiner Breite und der unzähligen Wasserkaskaden außergewöhnlich und den kurzen Spaziergang unbedingt wert. Aber Island setzt natürlich noch eins drauf, wir sind schließlich am Diamond Circle!

3. Island beeindruckt: Die gewaltigen Wassermassen des Dettifoss

Etwas nördlich stürzt die Jökulsá dann auf atemberaubende Weise auf einer Breite von 100 Metern mehr als 45 Meter in die Tiefe. Unfassbare 500 Kubikmeter pro Sekunde braun-tosendes Schmelzwasser strömen im Frühling vom Gletscher Vatnajökull durch die Weite der Lavawüste Ódáðahraun und lassen sich auch vom Dettifoss nicht aufhalten. Das ohrenbetäubende Dröhnen der Wassermassen wird an den Schluchtseiten reflektiert und verstärkt, Gischt duscht je nach Windrichtung die Besucher diesseits oder jenseits des Wasserfalls.

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Dettifoss ist der wasserreichste Wasserfall Europas

4. Wanderung auf dem Diamond Circle

Nach seinem Fall verschwindet der Fluss im Jökulsárgljúfur-Canyon, um knapp zwei Kilometer später über den Hafragilsfoss noch tiefer zu fallen. Diesen Wasserfall erreicht man entweder über einen Wanderweg entlang der Schlucht oder über eine kurze Piste mit anschließendem, kurzem Fußweg. Wer länger Zeit hat, kann im Jökulsárgljúfur National Park aber von hier bis nach Ásbyrgi wandern, die 32 Kilometer Tour ist am besten in zwei Etappen zu gehen, dazwischen liegt der Campingplatz von Vesturdalur.

Jökulsárgljúfur-Canyon, Diamnond Circle, Island
Jökulsárgljúfur-Canyon: Spektakuläre Wanderung am Diamond Circle

5. Die Stille der Schlucht Ásybrgi

Wir sind heute aber mit dem Mietwagen unterwegs und fahren vom Dettifoss auf dem Diamond Circle weiter nach Norden bis zur Schlucht Ásbyrgi. Die Legende besagt, dass dieses fantastische hufeisenförmige Gebiet durch den Abdruck von Odins Pferd Sleipnir entstanden sei, Wissenschaftler haben allerdings nachgewiesen, dass die Schlucht durch den Gletscherfluss Jökulsá á Fjöllum bei verheerenden Gletscherläufen gebildet wurde.

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Blick auf die Schlucht Ásbyrgi im Norden von Island

Wie auch immer, Ásbyrgi ist ein landschaftliches Kleinod im Norden von Island und ihr solltet es unbedingt besuchen. Verschlungene Wanderwege führen über 3,6 Kilometer vom Besucherzentrum durch lichten Birken-Weiden-Wald bis zum Ende der Schlucht an den See Botnstjörn. Es gibt kaum einen Ort in Island, der so viel Ruhe ausstrahlt und dessen üppige Vegetation diese Stimmung noch verstärkt, also nehmt euch die Zeit und genießt die Magie von Ásbyrgi, bevor ihr euch wieder auf den Diamond Circle begebt.

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Wandern unter Birken in Ásbyrgi, auch ein Teil des Diamond Circle

6. Typisch Island: Schwarzer Lavastrand Fjallahöfn

An der Grenze von Ásbyrgi endet der Jökulsárgljúfur National Park und wir fahren über die Straße 85 Richtung Westen. Nach eine paar verstreut liegenden Bauernhöfen kommen wir dem Nordatlantik näher, und schließlich liegt ein Parkplatz neben der Straße.

Öxnafjörđur, Diamond Circle, Island
Island strahlend: Grandioser Blick auf den Öxnafjörđur

Unterhalb davon erstreckt sich der weitläufige schwarzer Sandstrand Fjallahöfn, auf dem nach schweren Stürmen oft Treibholz liegt. Früher nutzten die Isländer dieses Holz, das meistens aus Sibirien stammt, zum Heizen oder für den Hausbau, heute sammeln Künstler das weitgereiste Naturmaterial. Kurz nach dem Strand steigt die Straße an, oben öffnet sich der Blick auf den Öxnafjörđur.

7. Husavík: Whale Watching Hauptstadt Europas

Ein paar Kilometer später tauchen die bunten Häuser von Husavík auf. Der Ort hat sich in den vergangenen Jahren als Whale Watching Hauptstadt Europas positioniert. Verschiedene Touranbieter fahren mehrmals pro Tag in die Skjálfandi-Bucht hinaus und rühmen sich, bei 95 Prozent der Ausfahrten Wale zu sichten. Also, rein in die dicken Klamotten, rauf auf eines der Boote, und dann die Kamera oder das Telefon für die nächste Fluke bereithalten. Mit etwas Glück taucht sogar ein riesiger Blauwal aus den Fluten, vielleicht aber auch eine Schule Orkas. Relativ häufig werden Minkwale, Schweinswale und Buckelwale gesichtet.

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Whale Watching vor Husavik

Wenn ihr danach noch mehr über die Meeressäuger vor Island erfahren wollt, dann besucht das Walmuseum von Husavík. Oder setzt euch in eines der Cafés unten am Hafen und lasst eure Island Abenteuer bei einem Kaffee mit Blaubeerkuchen Revue passieren.

8. Wasserfall der Götter: Der Gođafoss

Von Husavík führt der Diamond Circle über die Straße 85 Richtung Süden, bis sie auf die Ringstraße stößt. Dort biegt ihr nach Osten ab und erreicht nach einigen Kilometern einen der spektakulärsten Wasserfälle von Island, den Gođafoss. Schon vom Parkplatz ist die Gischtwolke zu sehen, und dann müsst ihr erst mal nur entscheiden, auf welcher Seite des Flusses Skjálfandafljót ihr euer Gođafoss-Abenteuer beginnt. Auf beiden Seiten führen befestigte Wege zu Aussichtsplattformen, von denen ihr den majestätischen Wasserall beobachten und fotografieren könnt.

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“Göttlicher” Wasserfall am Diamond Circle

Der Gođafoss, der Wasserfall der Götter, hat seinen Namen aufgrund einer Begebenheit im Jahr 1000 n.Chr. Damals machte der Gode („Häutling“) Þorgeir Ljósvetningagoði das Christentum zur offiziellen Religion in Island. Nach seiner Bekehrung warf Þorgeir seine nordischen Götterstatuen in den Wasserfall. Vielleicht braucht ihr ja eine Stärkung im kleinen Tankstellencafé neben dem Wasserfall, bevor ihr zur letzten Etappe auf dem Diamond Circle aufbrecht.

 9. Zum Mývatn ist es nicht mehr weit

Auf der Ringstraße fahrt ihr Richtung Osten, quert Bäche und eine weite hügelige Landschaft, bis nach 53 Kilometern der Mývatn in einer Senke auftaucht. Er ist der viertgrößte See von Island und wer sich nur wenig Zeit lässt, ist selbst schuld. So viele landschaftliche Höhepunkte auf kleinem Raum findet ihr selten, die Umgebung des Sees ist das Sightseeing-Highlight des Diamond Circle.

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Dramatische Lichtstimmung am Diamond Circle

10. Vulkanismus, wohin ihr schaut

Um euch einen Überblick zu schaffen, könntet ihr den Berg Vindbelgjarfjall im Norden des Mývatn besteigen und von oben eine fantastische Aussicht auf die Buchten und Inseln des Sees genießen. Oder ihr wandert bei Skútustaðir zwischen beeindruckenden Pseudokratern, die entstanden, als Lava über Feuchtgebiete floss. Nicht weit entfernt könntet ihr den Hverfjall, den größten Ringwallkrater der Welt, besteigen und oben auf einem Weg sogar ganz umrunden.

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Der Myvatn vom Vindbelgjarfjall aus

Wenn ihr auf schmalen Pfaden zwischen hochaufragenden, bizarren Lavaformationen wandern wollt, dann solltet ihr Dimmuborgir („düstere Berge“) besuchen. Mehrere Routen führen durch dieses Lavalabyrinth, am bekanntesten ist Kirkjan, eine hohes Lavagewölbe das an eine Kirche erinnert.

Ein Paradies für Vögel und Insekten

Rund um den See gibt es Parkplätze und gut angelegte Wanderwege, die immer wieder neue Blicke auf den Mývatn und seine reiche Vogelwelt eröffnen. Und die tummelt sich dort in großer Zahl, weil der „Mückensee“ im Sommer ein Mückenparadies ist. Aber keine Sorge, die Insekten stechen nicht, aber sie schwirren in Schwärmen in diesem Gebiet.

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Dramatische Szenerie: Lavaformation am Mývatn

Wenn ihr den See einmal umfahrt, quasi einen Mývatn Diamond Circle schließt, kommt ihr auf jeden Fall auch in den kleinen Ort Reykjahliđ. Dort könnt ihr tanken, einkaufen oder euch in einem der Lokale stärken. Wer Lust auf Baden hat, geht in das Mývatn Nature Bath und blickt aus dem wohlig warmen Wasser auf die Rückseite des Berges Námafjall, an der die Reise auf dem Diamond Circle im Norden von Island begonnen hat.

Wenn ihr jetzt Lust auf den Diamnond Circle bekommen habt, dann schaut doch mal hier für Ferienhaus-Tipps vorbei.

Wir informieren euch gerne: Eine kostenlose Beratung zu Ihrer individuellen Reise und tagesaktuelle Infos zu Einreisebestimmungen erhaltet ihr unter: (089) 242 112-0 (Telefonzeiten: Mo.–Do. 9:00–16:00 Uhr; Fr. 9:00 – 14:00 Uhr)

 

Bilder: Thomas Linkel (13), Andrea Winkmann (1)

 

 

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