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Island im Juli – Katla Travel

Der Juli ist die Hauptreisezeit für Island, in diesem Sommermonat erwartet euch üppige Natur: Sattgrüne Wiesen, auf denen Islandpferde mit fliegender Mähne galoppieren, springende Geysire und tiefblaue Seen, weite Lavalandschaften und in der Sonne gleißende Gletscher. Endlose Tageslichtstunden bieten genügend Zeit für Outdooraktivitäten wie Gletscherwanderungen oder Walbeobachtungstouren, und auch das isländische Hochland ist im Juli zugänglich.

Wie ist das Wetter im Juli in Island?

Das Wetter in Island ist auch im Juli so wie das ganze Jahr über wechselhaft, was am maritimen Klima des Landes liegt.

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Unter Birken im Vatnajökull-Nationalpark

Deshalb solltet ihr auch im Juli immer auf schnelle Veränderungen und auf Regenschauer vorbereitet sein. Checkt regelmäßig den Wetterbericht und habt auch für schlechtes, regnerisches und windiges Wetter passende Kleidung dabei.

Temperaturen im Juli in Island

Der Juli ist aber grundsätzlich der wärmste Monat des Jahres. Erwartet Temperaturen zwischen 8° und 17° Celsius, im Hochland könnt ihr im Durchschnitt 2° bis 3° Celsius abziehen. Nur noch in den Höhenlagen und auf geschützten Nordseiten der Berge liegt im Juli noch Schnee. An besonders sonnigen Tagen können in den Küstenregionen aber auch Temperaturen um die 20° Celsius und knapp darüber erreicht werden.

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Auch kleine Reisende sollten gut eingepackt sein

Die Küstenregionen, Heidelandschaften und bemoosten Lavaströme sind sattgrün und die Saison für Lachs- und Forellenfischer hat begonnen. Der Juli ist die beliebteste Sommerurlaubszeit der IsländerInnen und auch der Monat, in dem die meisten TouristInnen das Land besuchen.

Mitternachtssonne im Juli

Anfang Juli könnt ihr fast rund um die Uhr mit Tageslicht rechnen, im Schnitt hat der Juli zwanzig Tageslichtstunden. Ausreichend Zeit für euch, um sich draußen aufzuhalten und besonders in der Nacht das intensive orangefarbene Licht der Mitternachtssonne zu erleben.

Randzeiten für Highlights nutzen

Um anderen Reisenden besonders bei den Highlights aus dem Weg zu gehen, empfehlen wir euch, eure Aktivitäten und Entdeckungstouren in die späten Abend- und frühen Morgenstunden zu verlegen.

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Magische Lichtstimmung kurz vor Sonnenaufgang um 3 Uhr nachts

Um 22 Uhr oder morgens um 6 Uhr ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr allein oder mit wenigen anderen am Geysir oder dem Skogafoss steht, sehr groß und damit das Naturerlebnis für euch umso eindrücklicher.

Welche Kleidung eignet sich für eine Islandreise im Juli?

Wie für alle anderen Jahreszeiten solltet ihr euch auch für eine Reise im Juli nach dem Zwiebelprinzip anziehen. Damit seid ihr bei sich schnell ändernden Wetterbedingungen optimal geschützt und könnt euch je nach Bedarf an- oder ausziehen.

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Ein Islandpullover geht zu jeder Jahreszeit

Ein guter Baselayer aus atmungsaktiven Materialien, eine warme Fleecejacke sowie eine wasser- und winddichte Außenschicht sind sinnvoll. Für einfache, kurze Wanderungen oder Spaziergänge sind leichte Trekkingschuhe mit guter Profilsohle ebenfalls empfehlenswert, ein Schaft ist dafür nicht unbedingt notwendig. Wenn ihr längere, anspruchsvollere Touren plant, dann solltet ihr mit Trekkingstiefeln unterwegs sein.

Besonders in höheren Lagen oder bei Touren auf oder an Gletschern, z.B. einer Bootstour auf der Gletscherlagune Jökulsárlón, sind eine Mütze und Handschuhe auch im Juli nützlich.

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Perfekt angezogen stört auch schlechtes Wetter nicht

Solltet ihr im Juli einen längeren Aufenthalt im isländischen Hochland planen, dann ist etwas wärmere Kleidung, z.B. ein Wollunterhemd, sinnvoll, und auch dann sollten Handschuhe und Mütze in eurem Gepäck sein.

Unsere Bekleidungstipps haben wir für euch übrigens in einem eigenen Beitrag zusammengestellt.

Die Top-Sehenswürdigkeiten und Naturwunder im Juli

Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Juli der erste Monat im Jahresverlauf, in dem jede Region Islands bereist werden kann. Das Land im hohen Norden bietet euch unzählige Möglichkeiten für Outdoorerlebnisse, von der Gletscherwanderung in Skaftafell, über eine Reittour in Hveragerði bis hin zur Kajaktour in den Ostfjorden.

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Island ist berühmt für seine heißen Quellen

Wenn ihr eure eigene aktive Rundreise für den Juli plant, werdet ihr feststellen, dass zwei Wochen kaum reichen, um all die beeindruckenden Sehenswürdigkeiten Islands in den Reiseplan zu packen.

Um euch einen ersten Eindruck zu vermitteln, haben wir einige Highlights zusammengestellt:

Der Golden Circle

Diese beliebte Route im Südwesten von Island und damit nahe der Hauptstadt Reykjavík umfasst einige der bekanntesten Attraktionen des Landes: den Þingvellir-Nationalpark, den Wasserfall Gullfoss und das Hochthermalgebiet von Haukadalur mit dem all 10 bis 15 Minuten springenden Geysir Strokkur. Diese Route ist an einem halben Tag zu schaffen.

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Der Gullfoss ist Teil des Golden Circle

Und noch ein weiterer Wasserfall

Wenn ihr einen ganzen Tag für den Golden Circle einplant, dann könnt ihr noch den Wasserfall Seljalandsfoss im Süden von Island besuchen und erst anschließend nach Reykjavík zurückkehren.

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Island im Juli: Der Strokkur springt auch dann regelmäßig

Diese Tour ist etwa 360 Kilometer lang und eignet sich als Auftakt einer längeren Islandreise oder eines verlängerten Wochenendes. Solltet ihr wirklich nur eine Schnuppertour planen, dann besucht unbedingt eines der Geothermalbäder wie die Blaue Lagune.

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Skógafoss: 60m hoher, majestätischer Wasserschleier

Weil Island aber viel heißes Wasser und deshalb viele Schwimmbäder besitzt, haben wir für euch eine Liste unsere Top-Thermalbäder zusammengestellt. Mindestens einmal in heißem Wasser zu baden, gehört unbedingt in euren Reiseplan! Für IsländerInnen ist es seit Jahrhunderten gelebte Tradition.

Golden Circle: Umgeben von spektakulären Hochlandgebieten

Im Juli ist das Hochland für Reisende geöffnet und die allermeisten Pisten sind befahrbar.

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Wer solche grandiosen Landschaften sehen will, muss mit einem 4×4 Geländewagen unterwegs sein

Solltet ihr für euren Island-Trip ein 4×4-Geländefahrzeug mieten, dann könntet ihr vom Golden Circle aus Hochlandluft schnuppern, denn an den Golden Circle grenzen die Hochlandgebiete Kerlingarfjöll, Kjölur, Sprengisandur und Landmannalaugar, der Gletscher Langjökull sowie der Vulkan Hekla.

Unbedingt ins Hochland?

Wenn ihr euch nicht sicher seid, mit welchem Auto ihr ins Hochland fahren könnt, dann lest euch unseren Beitrag dazu durch. Ob das Abenteuer Hochland für euch überhaupt eine Reiseoption ist und was euch dort erwartet, haben wir ebenfalls zusammengefasst.

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Unterwegs im südlichen Hochland

Wenn ihr aber nur eine Woche Zeit für eure Islandreise eingeplant habt, dann könnte neben dem Golden Circle die Südküste für euch das passende Reiseziel sein.

Die Südküste

Die Südküste Islands bietet eine Vielzahl spektakulärer Landschaften mit schwarzen Sandstränden, dramatischen Klippen und beeindruckenden Wasserfällen wie dem Seljalandsfoss und dem Skógafoss. Auch der berühmte Strand Reynisfjara, an den an stürmischen Tagen gischtende Wellen auf meterhohe Basaltsäulen treffen, ist ein Muss.

Besser geht‘s nicht: Schluchten, Sander und Gletscher

Das ist aber nur der Anfang der Südküste. Wenn ihr weiter Richtung Osten fahrt, dann durchquert ihr von Gletscherflüssen durchzogene, unberührte Sandergebiete, könnt entlang der spektakulären Schlucht Fjaðrárgljúfur wandern und habt immer wieder Möglichkeiten, den Gletschern nahezukommen.

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Skeidarársandur in Südisland

Zum Beispiel in der Region Skaftafell, die Teil des Vatnajökull-Nationalparks ist. Noch weiter im östlichen Bereich der Südküste stoßt ihr auf die Gletscherlagunen Fjallsárlón und Jökulsárlón, auf denen im Licht schimmernde, haushohe Eisberge schwimmen.

Detaillierte Beschreibungen zur Südküste findet ihr in einem eigenen Blogbeitrag, in dem wir euch unsere 10 Top-Tipps für den Süden von Island verraten.

Ein anderes Highlight, und ein Muss jeder Rundreise natürlich auch im Juli, ist der See Mývatn im Norden von Island.

Der Mývatn: Naturwunder im Norden

Kaum ein isländisches Gebiet ist landschaftlich abwechslungsreicher als der Mývatn. Er liegt in einer von Vulkanen geprägten Landschaft, in der sich bizarre Lavaformationen mit Birkenwäldern abwechseln, wo über Pseudokratern Wildgänse und Schwäne fliegen, heiße Quellen blubbern und Wanderwege auf und entlang Vulkanen und Ringkratern wie den Hverfjall führen.

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Jökulsargljúfur: Spektakulärer Canyon in Nordisland

Östlich des Mývatn liegen auch Europas wasserreichster Wasserfall, der Dettifoss, und an ihn anschließend der spektakuläre Canyon Jökulsárgljúfur, durch den einer der landschaftlich schönsten Wanderwege Islands führt.

Die Aktivitäten im Juli

Überhaupt ist der Juli in Island ideal für Trekkings sowie Wander- und Aktivreisen, da die meisten Wanderwege schneefrei und gut begehbar sind.

Wandern/ Trekking

Berühmt und atemberaubend schön ist die Mehrtageswanderung auf dem Laugavegur. Dafür solltet ihr erstens sehr gut ausgerüstet und zweitens körperlich fit sein. Dann steht einer Tour in unbesiedeltem Gebiet, zwischen bunten Rhyolith-Bergen, heißen Quellen, wiegenden Wollgrasfeldern und vom Winter übrig gebliebenen Schneeflächen nichts im Weg.

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Jökulsárlón: Mystische Stimmung vor Sonnenaufgang im Juli in Island

Wenn ihr weniger abenteuerlustig seid, dann könnt ihr verschieden schwierige Wanderungen u.a. im Vatnajökull-Nationalpark (isl. Vatnajökulsþjóðgarður) angehen oder eine geführte Gletscherwanderung in Skaftafell buchen.

Walbeobachtungen im Juli

Der Sommer ist die beste Zeit für Walbeobachtungen in Island. In Orten wie Húsavík, Akureyri oder Reykjavik werden regelmäßig Bootstouren angeboten, bei denen ihr Buckelwale, Minkwale und Delfine in ihrem natürlichen Habitat sehen könnt. Wenn ihr eine große Auswahl an täglichen Abfahrten und mehreren Anbietern sucht, dann ist eine Walbeobachtung ab Húsavík die beste Variante.

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Auch auf einer Whale watching Tour solltet ihr gut angezogen sein

Veranstaltungen und Festivals

Im Juli finden in Island zahlreiche Festivals und kulturelle Veranstaltungen statt. Eine der bekanntesten sind das “Eistnaflug” Metal-Festival in Neskaupstaður und das Musikfestival Bræðslan in Borgarfjörður. Aber nicht nur der Juli, der ganze Sommer ist DIE Zeit für Festivals in Island.

Auf dem Pferderücken Island im Juli entdecken

Islandpferde sind bekannt für ihre fünfte Gangart, den Tölt. Eine Reittour durch die isländische Landschaft ist ein unvergleichliches Erlebnis, bei dem ihr die Natur aus einer besonderen Perspektive genießen könnt. Einmal über blühende Heidelandschaften traben, einen glucksenden Bach auf dem Pferderücken durchqueren oder mit fliegender (Pferde-)Mähne im Tölt über schmale Schafwege jagen, werdet ihr bestimmt nie vergessen.

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Lust auf eine Reittour?

Juli: Perfekter Monat für noch mehr Aktivitäten

Neben den beschriebenen Aktivitäten könnt ihr im Juli auch zum Tauchen und Schnorcheln in Erdspalten gehen, auf dem Kleifarvatn im Kajak paddeln, unter der Mitternachtssonne Golf spielen oder zu Angeltouren aufbrechen.

Ist Island im Juli überlaufen?

Immer wieder kommt die Frage, ob es zu viele TouristInnen in Island gibt. Das Land hat in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen, und der Juli ist Reise-Hochsaison. Besonders die bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Golden Circle, die Blaue Lagune und die Südküste können tagsüber überlaufen sein.

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Flussüberquerung: Trittsicherheit von Vorteil

Gute Planung – Highlights nur für euch

Trotzdem ist es möglich, ruhigere Ecken zu finden, insbesondere im weniger besuchten Norden und Osten des Landes. Frühaufsteherinnen oder Spätabendschwärmer profitieren zudem von den langen Tageslichtstunden. Also plant eure Route geschickt, nutzt die kurzen Nächte und erlebt Islands Natur im Zwielicht zwischen Tag und Nacht.

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Abendstimmung im eigenen Hotpot genießen

Im Übrigen sind genau diese Stunden die besten Zeiten zum Fotografieren, denn dann ist das Licht weicher und wärmer, ja manchmal geradezu magisch, die Kontraste geringer und die Schatten länger. All das gibt euren Bildern eine Tiefe und Farbpracht, die mittags um 12 Uhr unmöglich ist.

Sind die Straßen in Island im Juli gut befahrbar?

Im Juli sind die allermeisten Straßen in Island gut befahrbar, einschließlich der Hochlandpisten (F-Straßen), die nur im Sommer, meist von Juli bis Mitte September, geöffnet sind. Diese unbefestigten Pisten führen zu einigen der entlegensten und beeindruckendsten Landschaften des Landes. Ein Allradfahrzeug ist für das Hochland jedoch unerlässlich.

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Beeindruckende Landschaften wo auch immer ihr in Island unterwegs seid

Die etwa 1.400 Kilometer lange Ringstraße, die rund um die Insel führt, ist asphaltiert und gut gepflegt. Auch die meisten Sehenswürdigkeiten entlang dieser Route sind problemlos mit einem normalen PKW erreichbar.

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Ganz früh am Morgen ist auch auf der Ringstrasse wenig los

Es ist jedoch trotzdem ratsam, sich vor jeder Fahrt über die aktuellen Straßenverhältnisse und Wetterbedingungen zu informieren, da das Wetter in Island schnell umschlagen kann und Straßenabschnitte kurzfristig gesperrt werden können. Im Juni 2024 musste sogar die Ringstraße nach starken Schneefällen an einigen Stellen für mehrere Stunden gesperrt werden.

Fazit

Wenn ihr im Juli nach Island reist, werdet ihr mit vielen Stunden Tageslicht, den höchsten Temperaturen im Jahresverlauf und einem großen Angebot an Outdooraktivitäten belohnt. Trotz der Hochsaison könnt ihr durch sorgfältige Planung und Flexibilität Menschenmengen entgehen und die einzigartige Schönheit der Insel entdecken und genießen. Ob beim Wandern durch beeindruckende Landschaften, bei der Walbeobachtung oder beim Besuch kultureller Veranstaltungen – Island im Juli wird für euch unvergessliche Erlebnisse bereithalten.

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Auch Regentage können beeindruckende Stimmungen zaubern

Fotos: Thomas Linkel (22), North Sailing (1)

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